Der Wert des Wassers

Jeden Tag und immer wieder benötigt und nutzt der Mensch Wasser, den existenziellen Grundstoff des Lebens. Im weltweiten Vergleich sind wir in Deutschland in der glücklichen Lage, fast immer und überall Zugang zu ausreichend sauberem Trinkwasser zu haben – so auch in Lüneburg. Doch wie wir wissen, ist das nicht überall so und der globale Wasserverbrauch steigt. Seit 1920 hat sich dieser sogar versechsfacht. Um Menschen auf der ganzen Welt auf diese Ressourcenknappheit aufmerksam zu machen, rufen die Vereinten Nationen alljährlich zum Weltwassertag auf. Dieses Jahr steht er unter dem Motto „Wasser wertschätzen“. Am kommenden Montag, den 22. März heißt es also, sich Gedanken über den Wert dieses bedeutenden Rohstoffs zu machen und sich zum Beispiel die Frage zu stellen: Wieviel Wasser verbrauche ich pro Tag?

Gepflegter Wasserverbrauch im Alltag

Ein Blick auf die Statistik verrät: Die Körperpflege macht den Löwenanteil aus: 45 Liter von durchschnittlich 125 Litern Tagesverbrauch fallen für Baden, Duschen und Pflege an, dicht gefolgt von der Toilettenspülung mit im Schnitt 36 Litern pro Tag. Erst danach reihen sich Wäsche waschen (15 Liter), Geschirrspülen (8 Liter), Reinigung, Autopflege, Garten (zusammen 8 Liter) sowie Essen und Trinken (5 Liter) ein.

Auf den zweiten Blick: Wasserfußabdruck

Allerdings betreffen diese Zahlen nur den direkten Wasserbedarf. Tag für Tag verbrauchen wir mehr als 30-mal so viel Wasser indirekt, beispielsweise durch den Kauf von Lebensmitteln oder anderen Konsumgütern. Im Internet findet man eine Menge Beispiele, welche Produkte wahre „Wasserfresser“ sind – und die in den letzten Jahren in Verruf geratene Avocado liegt dabei noch nicht einmal unter den Top-Sündern. Angeführt wird die Liste von Genussmitteln wie Kakao, Kaffee und Rindfleisch. Eine wichtige Faustregel für Lebensmittel ist und bleibt: je regionaler und saisonaler, desto besser. Denn der Wasserfußabdruck zeigt auch: Mehr als die Hälfte des Wassers, das für die Produkte benötigt wird, die wir hierzulande konsumieren, stammt nicht aus Deutschland. Stattdessen findet die Produktion häufig in Weltregionen mit großen Wasserstress statt.

Die gute Nachricht: Das Bewusstsein steigt

Manch einer denkt sich womöglich gerade: Das weiß man doch alles! Und genau das ist eine gute Sache. Denn auch wenn der Wasserverbrauch weltweit seit 1920 gestiegen ist, vor allem bedingt durch die Verdreifachung der Weltbevölkerung und die Verdopplung des durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauchs, zeigt sich in Deutschland ein entgegengesetzter Trend: Lag 1990 der Wasserverbrauch noch bei 147 Litern pro Person, waren es 2019 nur noch 125 Liter. Ein Grund dafür: das steigende Bewusstsein für Wasser- und Klimaschutz. Allerdings stagniert dieser Abwärtstrend aktuell und bewegt sich seit rund 15 Jahren auf einem ähnlichen Niveau. Ein Grund mehr für Aktionstage wie den Weltwassertag am kommenden Montag!

EXPERTENMEINUNG
Wasserversorger müssen mit gutem Beispiel vorangehen
„Der Schutz des Klimas sowie des Grund- und Trinkwassers ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Jeder Einzelne kann etwas dazu beitragen. Ich sehe vor allem uns, die wasserwirtschaftlichen Unternehmen, in der Pflicht, für den Wert des Wassers zu sensibilisieren und die Herausforderungen des Klimawandels anzunehmen. So geht Purena mit gutem Beispiel voran: Wir investieren in die Entwicklung technischer Lösungen zur Trinkwasseraufbereitung und unterstützen Technologien, die den Grundwasserbedarf reduzieren. Außerdem werden unsere Wasserwerke ausschließlich mit grünem Strom betrieben.
Somit arbeiten wir CO2-neutral. Und ganz aktuell: Im Rahmen der diesjährigen Weltwasserwoche gibt Purena gemeinsam mit Avacon viele Anregungen und Inspirationen für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Nutzung unseres Wassers.“ Als technischer Geschäftsführer der Purena GmbH, einer Tochtergesellschaft der Avacon AG, setzt sich Thomas Meyer mit dem Unternehmen unter anderem in Lüneburg für den Wasser- und Klimaschutz ein, beispielsweise durch Aufforstung regionaler Waldbestände.

Quellen:
Statista „Trinkwasser - Verbrauch in deutschen Haushalten nach Anwendung 2019“
„Trinkwasser - Täglicher Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bis 2019“ beides 22.12.2020
https://www.bpb.de/; https://www.umweltbundesamt.de/