Ein Stück Freiheit aus der Steckdose

Mit der Mobilität ist das so eine Sache. Seit Monaten sind wir aufgefordert, sie weitestgehend einzuschränken – was dazu führt, dass Mobilität in der Liste unserer Prioritäten immer weiter nach oben rückt. Vielen geht es dabei nicht unbedingt um Fernreisen, sondern vor allem um das Gefühl von Selbstbestimmung und Unabhängigkeit: Wenn schon nicht in großem Stil, dann zumindest in kleinem Rahmen! Losfahren, unterwegs sein, die eigenen vier Wände hinter sich lassen und neue Eindrücke aufnehmen – Hauptsache, raus.

Laden und losfahren können – mit Unterstützung vom Bund.

Kein Wunder, dass gerade jetzt private Ladesäulen immer stärker nachgefragt werden: Die Wallbox für das unkomplizierte Stromtanken zuhause macht eben auch ein entscheidendes Stück unabhängiger und flexibler. Dieser Entwicklung hat der Bund kräftig Vorschub geleistet – die staatliche Förderbank KfW bezuschusst seit November 2020 jeden privaten Ladepunkt mit 900 Euro. Weil das Fördervolumen von 200 Millionen Euro schon Mitte Februar vergriffen war, stockte der Bund bereits zweimal auf; insgesamt 400 Millionen Euro wanderten bisher in den Fördertopf. Anders ausgedrückt: Wer schon länger überlegt, eine Wallbox anzuschaffen, tut gut daran, sich bald zu entscheiden.

Eine (Lade-)Säule der Energiewende: die Wallbox für zuhause.

Mit dem Trend zum klimafreundlichen Fahren ist auch der Bedarf an Lademöglichkeiten stetig gewachsen. Und die machen auch für die langfristige Entwicklung in Lüneburg und Umgebung den großen Unterschied: Erst eine flächendeckende, nutzerfreundliche Ladeinfrastruktur motiviert mehr Menschen zum Umstieg auf Elektromobilität.

Auch in Lüneburg zeigt sich: Die E-Mobilität steigt. So verzeichnet beispielsweise Avacon für seine 16 frei zugänglichen Strom-Tankstellen mit je zwei Ladepunkten im Stadtgebiet und Landkreis im vergangenen Jahr insgesamt 8735 Ladevorgänge, das sind rund 2000 mehr als im vorherigen Jahr. Legt man den durchschnittlichen Verbrauch eines Elektroautos zugrunde, käme man mit den 111.181 kWh Strom, die dabei abgezapft wurden, 727.624 Kilometer weit – mehr als 18-mal um den Erdball.
Die Umweltverträglichkeit der E-Autos bestätigten mittlerweile verschiedene Studien. So stellte z. B. das Fraunhofer Institut fest, dass strombetriebene Kfz unterm Strich bis zu 43 Prozent weniger klimaschädliche Gase ausstoßen als Verbrenner und „ein heute angeschafftes Elektroauto in Deutschland einen relevanten Beitrag zur Senkung der Treibhausgase über seine Nutzungszeit liefert“, nicht zuletzt dank der besonders guten Umwelt-Bilanz grüner Energie.* Die private Wallbox ist damit auch ein Hebel, der den Ausbau der öffentlichen Ladepunkte wirksam ergänzen soll – und eine der vielen Säulen der Energiewende.

Wer erhält die Förderung und wofür?

Das begehrte Förderprogramm umfasst private Ladestationen für Eigentümer und Wohnungs­eigentümer­gemein­schaften, Vermieter und Mieter (die für den Förderantrag die Zustimmung ihres Vermieters brauchen). Für die Wallbox gilt: Fabrikneu, fest verbaut, intelligent und steuerbar muss sie sein, die maximale Ladeleistung liegt bei elf kW. Zudem muss zur Betankung nachweislich Ökostrom fließen. Wichtig: Wer die Förderung beantragt, sollte das noch vor der Bestellung der Wallbox tun. Eine Liste der geförderten Modelle ist über die Website der KfW ("KfW-Programm 440") abrufbar, über die auch der Zuschuss beantragt wird.

* Wietschel, M.; Kühnbach, M.; Rüdiger, D. (2019): Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland. Studie durchgeführt vom Fraunhofer ISI.

Hendrik Paul von Avacon über den Run auf die Wallboxen

Expertenmeinung

„Unser Netz hält das aus.“

„Dass die Wallboxen zurzeit so gefragt sind, ist für uns ein tolles Zeichen – schließlich spielt Elektromobilität eine große Rolle für die Energiewende und den Klimaschutz. Ein leistungsfähiges Stromnetz ist entscheidend: Was passiert, wenn in Zukunft ein Großteil der Lüneburger am heimischen Stellplatz tankt? Sicher ist, dass unser Netz nicht zusammenbrechen wird, dazu ist es viel zu stabil. Und deshalb investieren wir heute schon in innovative Technik von morgen. Unser Ziel muss es sein, Ladevorgänge langfristig intelligent zu steuern und damit dynamisch an die Netzkapazität anzupassen. Wir von Avacon unterstützen das Stromtanken zuhause mit der Lüneburger Ladebox – inklusive Installation, Beratung und der Möglichkeit staatlicher Förderung. Wir beraten gern alle, die sich noch nicht sicher sind, welche Box für sie die optimale ist – damit dem Start in die nachhaltige Mobilität nichts mehr im Wege steht.“ Hendrik Paul ist Kommunalmanager bei Avacon in Lüneburg.