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Das geht noch grüner!

Was wurde bisher auf den Weg gebracht? Und wie kann es nach 2030 weitergehen? Das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist ein klares Signal, die bisherigen Ansätze noch klarer zu definieren und ehrgeiziger voranzutreiben. Die gute Nachricht: Aktuelle Zahlen zeigen, dass Lüneburg bei der Energiewende schon kräftig vorgelegt hat. Beste Voraussetzungen also, künftig mit der konsequenten Umrüstung auf erneuerbare Energien noch mehr zum Klimaschutz beizutragen!

Energiewende zum Mitmachen: Mit einer Plug & Play-Solaranlage können Garten- oder Balkonbesitzer unkompliziert zu Stromerzeugern werden. Foto: EET - Efficient Energy Technology GmbH

Gute Bilanzen – und viel Wind um Sonnenenergie.

Der Energiereport 2020/21 des Netzbetreibers Avacon verzeichnet in und um Lüneburg bereits 2.652 Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie: 106 Windkraftanlagen, 39 Biomasseanlagen, 2.501 Photovoltaikanlagen und 6 Wasserkraftwerke. Die Bilanz der Stromerzeugung durch die Erneuerbaren liegt im Landkreis Lüneburg schon jetzt bei rund 112 Prozent, es wird also mehr grüner Strom produziert als von den Kunden in der Region benötigt wird. Wie diese überschüssig erzeugte Energie regional zu speichern und zu nutzen ist, ist schon heute eines der zentralen Themen in der Energiebranche – und unweigerlich mit der Kopplung der Sektoren Wärme und Verkehr verbunden.
Photovoltaik und Windkraft sind aktuell die zwei wichtigsten erneuerbaren Energiequellen im Landkreis. Dabei hat die Solarenergie kräftig aufgeholt. Sinkende Preise erhöhen die Nachfrage: Die Herstellung der Module wird immer günstiger, und Photovoltaikanlagen kosten heute gerade mal ein Zehntel dessen, was Investoren noch 2006 dafür zu zahlen hatten. Akzeptanzprobleme gibt es hier weniger – im Gegensatz zur Windenergie, deren Ausbau sich häufig durch Einsprüche und Klagen in die Länge zieht.

Mehr Akzeptanz für Windräder: Beteiligungsmodell Bardowick.

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, können wir allerdings auf Windkraft nicht verzichten, vielmehr müssen wir sogar das Tempo bei der Realisierung der Anlagen deutlich anziehen: Als sichere und nachhaltige Energiequelle ist Windstrom für wirksamen Klimaschutz unentbehrlich. Politik, Verwaltung und Energiewirtschaft beschäftigt deshalb zunehmend die Frage, wie die Akzeptanz bei den Anwohnern erhöht werden kann und wie diese von Windkraftanlagen in ihrer Umgebung profitieren können. Als gelungenes Modell gilt der Bürgerwindpark in Bardowick, den Avacon gemeinsam mit der Gemeinde, Landwirten und Privatpersonen realisierte: Hier hatten die Anwohner die Möglichkeit, sich durch Sparbriefe aktiv am Windpark-Gewinn zu beteiligen. Ein Konzept, das ankommt – 90 Prozent der Sparbriefe waren bereits innerhalb einer Woche verkauft. Seit dem Jahr 2017 produzieren die acht Windturbinen nun schon so viel Strom, wie 15.000 Haushalte im Jahr verbrauchen, und sparen damit fast 40.000 Tonnen klimaschädliches CO₂ ein.

Dominic Jahn von Avacon über grüne Energie für den Hausgebrauch

Expertenmeinung

„Solarstrom vom Balkon – das kriegt jetzt jeder hin.“

„Die neuen Plug & Play-Module sind ein Riesenschritt im Bereich der erneuerbaren Energien: Sie sind quasi steckerfertig und machen es möglich, dass sogar die Studenten-WG ihre eigene Mini-Solaranlage auf dem Balkon stehen hat. Mittlerweile wurde nicht nur die Installation, sondern auch die Anmeldung der Anlagen stark vereinfacht, so dass immer mehr Menschen in Lüneburg sich zuhause an der Energiewende beteiligen können. Dass der damit erzeugte eigene Strom langfristig günstiger ist als jeder Stromtarif, liegt vor allem an den Steuern, Umlagen und Abgaben, die man sich damit sparen kann. Wir von Avacon bieten mittlerweile Plug & Play-Module in mehreren Preisklassen an, und der Anmeldungsbogen lässt sich direkt per Klick herunterladen.
Ich glaube, das Schöne daran ist einfach das Gefühl, mit dem „selbstgemachten“ grünen Strom auch ein Stück Autonomie gewonnen zu haben!“

Dominic Jahn ist bei Avacon für die Netzkundenbetreuung und den Anschluss von PV-Anlagen im Landkreis Lüneburg zuständig.