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Fotos: t&w

#ichbingastgeber!

Zukunftsreich und vielseitig ist die Branche rund um den Tourismus. Ob Gastronomie oder Hotelbetrieb: Ein Job in dieser Branche bietet den Mitarbeitern die Möglichkeit, sich vielseitig aufzustellen. Man kann auf unterschiedliche Arten seine Qualifikationen ausbauen und ganz nebenbei auch ein Gespür für Menschen entwickeln. #Ob bei internationalen Top-Adressen in der Hotel- und Restaurantbranche zu arbeiten oder in einem kleineren Betrieb die Karriereleiter hinaufzuklettern: Es gibt viele Möglichkeiten. Kaum eine andere Branche als der Tourismus bietet die Gelegenheit, sich einen Namen als Kochkoryphäe oder Spitzenkellner zu machen. Nebenbei entwickelt man sich zum Teamplayer, eignet sich interkulturelle Kompetenzen an und hat jeden Tag mit Menschen aus der ganzen Welt zu tun. #Heute und in den kommenden Wochen stellen wir Ihnen, liebe Leser*innen, Jobprofile gastronomischer Mitarbeiter aus Lüneburger Betrieben vor.

Von Mona Behn
Stellen Sie sich einmal vor, Sie kommen in ein Land, dessen Sprache Sie nicht mächtig sind und möchten dort aber auf jeden Fall arbeiten – in dieser Lage war Navid Azizi als er 2015 aus Afghanistan nach Lüneburg kam. Heute, sechs Jahre später, spricht er bestens deutsch und ist hier voll und ganz integriert.
Das große Glück, das ihm passiert ist: Er hatte den Willen zu lernen und zu arbeiten und im Lüneburger Restaurant „Altes Brauhaus“ ist er auf aufgeschlossene und herzliche Menschen getroffen, die sein Potenzial erkannt haben. Wenn Inhaberin Beatrix Korte sich an die erste Begegnung erinnert, dann fallen ihr sofort zwei Attribute ein: Fröhlichkeit und Charme, genau diese Eigenschaften hat Navid Azizi ausgestrahlt, als er 2017 die Gaststube des Alten Brauhauses betrat.
„Da war sofort eine große Sympathie und ich wusste, dass Navid in unseren Betrieb und das junge Team hervorragend hineinpasst“, erinnert sich Beatrix Korte.
Der 25-Jährige absolvierte ein einmonatiges Praktikum und bekam dann den Ausbildungsplatz zur Restaurantfachkraft. In der ersten Zeit klappte die Verständigung ,,mit Händen und Füßen“, dann, nachdem Navid Azizi seine Aufenthaltsgenehmigung hatte, besuchte er Sprachkurse und die Verständigung wurde von Tag zu Tag besser.
,,Der tägliche Kontakt mit den Gästen hat mir mit der Sprache auch sehr geholfen“, sagt der Lüneburger, der sich bei seinen beiden Chefs, den Geschwistern Beatrix und Alexander Korte, sowie den Kollegen zu jeder Zeit wohl- und angenommen gefühlt hat. Die Geschwister führen das Restaurant seit 2016 in zweiter Generation, nachdem die Eltern es seit 2001 betrieben hatten.

So, liebe Leser*innen, nun lesen Sie, was Navid Azizi über seinen Beruf und das damit verbundene Umfeld sagt:

Warum haben Sie sich für den Beruf Restaurantfachkraft entschieden?
Ich wollte mit Menschen arbeiten. Unsere Betreuerin in der Unterkunft für Geflüchtete in Vögelsen hatte damals Vorschläge für die Gastronomie gemacht. Zuerst habe ich ein Praktikum in einer Bäckerei absolviert, habe aber schnell gemerkt, das ist nichts für mich – ich wollte mit Gästen arbeiten.

Was macht die Arbeit in der Hotellerie/Gastronomie für Sie so besonders?
Die Vielfalt der Arbeit – ich bin ebenso an der Bar als auch im Service beschäftigt, kann meine Persönlichkeit einbringen. Ganz wichtig: Der Austausch mit den Gästen.

Welche Fähigkeiten/Voraussetzungen sind in Ihrem Beruf wichtig?
Der Spaß im Umgang mit Menschen. Außerdem habe ich ein kulinarisches Interesse, sowohl was die Speisen als auch die Getränke betrifft.

Hat Sie etwas an Ihrem Beruf besonders überrascht?
Ich habe gedacht, der Beruf ist einfach und jeder kann das. Heute weiß ich, da gibt es viel Fachliches zu lernen, was mir in der Ausbildung beigebracht wurde.

Gefällt Ihnen etwas nicht an Ihrem Beruf?
Manchmal, wenn Gruppen zu Gast sind, dann bestellen die Gäste einzeln, was ungünstig für den Workflow ist. Es kommt auch schon einmal vor, dass ich die heißen Teller am Tisch servieren möchte und die Gäste mich dann nicht beachten. In beiden Fällen wünsche ich mir mehr Umsicht.
Einige Gäste ignorieren unsere Schließzeiten – mehr Wertschätzung wäre hier schön.

Was ist das Schönste?
Wenn wir morgens im Team frühstücken, das sind sehr schöne Momente, ebenso das gemeinsame Lachen.
Wir haben viele Stammgäste, auf die ich mich immer wieder von Neuem freue.

Wie gehen Sie mit schwierigen Situationen um?
Oftmals darf man solche Situationen nicht so ernst nehmen, ich versuche dann, dem Ganzen mit Charme und Witz zu begegnen.

Wie wichtig ist Teamarbeit für Sie?
Sie ist das A und O. Eine gute Kommunikation gehört dazu, wenn es mal Probleme gibt, dann ist das oftmals auf den Alltagsstress zurückzuführen – hier versuche ich, die Dinge nicht persönlich zu nehmen.

Ist Ihr Beruf Ihre Berufung?
Ich würde diesen Beruf immer wieder erlernen.

Hat Corona Ihren Berufsalltag verändert?
Die Regeln, die es zurzeit gibt, stellen eine große Veränderung dar – wir suchen den Gästen die Tische aus und auch die Hygieneregeln sind ein Novum.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Von einigen Gästen mehr Respekt.

Wenn Sie sich einmal verwöhnen lassen möchten, wohin gehen Sie?
Ich lebe nach dem Motto ,,Bewegung macht frei“ und gehe regelmäßig zum Fitness und zum Tanzen. Freunde zu treffen ist auch ein wichtiger Punkt.