Anzeige
Anzeige

Der unsichtbare Schatz

Grundwasser: nicht sichtbar, aber dennoch ein elementarer Bestandteil unseres Lebens. Unser Trinkwasser, die tägliche Hygiene, die Lebensmittelversorgung, produzierendes Gewerbe und unsere Natur – all dies und noch viel mehr hängt vom Grundwasser ab. So besteht auch das Lüneburger Trinkwasser ausschließlich aus Grundwasser. Andernorts setzt es sich zum Beispiel aus Quell- und Oberflächenwasser zusammen.
Die besondere Bedeutung des Grundwassers als unverzichtbare Ressource und Teil des Wasserkreislaufs ist vielen Menschen jedoch nicht immer präsent. Auch die zunehmenden Belastungen durch unser Eingreifen und den Klimawandel haben einen unmittelbaren Einfluss auf den Grundwasserhaushalt. Um die Aufmerksamkeit für diese Themen zu schärfen, rufen die Vereinten Nationen alljährlich zum Weltwassertag auf. Mit dem diesjährigen Motto „Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz“ soll der Aktionstag allerorts die breite Öffentlichkeit auf die globalen Herausforderungen und ihre lokale Bedeutung aufmerksam machen.
Niedersachsen, Lüneburg natürlich eingeschlossen, gehört zu den grundwasserreichen Regionen des Landes und verfügt außerdem über eine hohe Grundwasserneubildung. Dennoch gilt es natürlich, das Grundwasser zu erhalten und es vor allem vor unnötiger Schadstoffbelastung zu schützen. Trinkwasserversorger, Industrie, Land- und Forstwirtschaft, Abwasserentsorger und Verantwortliche der Oberflächenentwässerung greifen schließlich jeder auf seine Art und Weise in den Wasserkreislauf ein und beeinflussen die Ressourcen.

Foto: iStock/van Pantic

Nitratbelastung des Grundwassers

Der am häufigsten enthaltene unerwünschte Zusatzstoff im Grundwasser ist Nitrat (NO3). Das Nitrat wird vor allem als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt. Laut Umweltbundesamt werden bei Messungen in Deutschland seit Jahren erhöhte Nitratwerte festgestellt. Bei 17,3 Prozent der Messstellen bundesweit wurde sogar der EU-Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschritten.* Der Nitratgehalt des Grundwassers ist gewissermaßen ein Indikator für die Wasserqualität, da bei hohen Nitratwerten oftmals eine Belastung mit weiteren Schadstoffen festzustellen ist.

Grundwasserschutz mit „Niedersächsischem Kooperationsmodell“

Der von der EU festgelegte Grenzwert ist bewusst so angesetzt, dass wir als Verbraucher selbst bei einer Überschreitung zunächst keine gesundheitlichen Risiken befürchten müssen. Die Trinkwasserqualität in Deutschland, vor allem in Lüneburg, ist sehr gut. Die Konzentration an Nitrat im Lüneburger Wasser ist sogar unterhalb der Nachweisgrenze. Die europäische Nitratrichtlinie (EU-RL 91/676/ EWG) sorgt dafür, dass das auch langfristig so bleibt. So ist es das Ziel, Verunreinigungen des Grundwassers durch landwirtschaftliche Nitrateinträge zu vermeiden, denn zudem ist es teuer und aufwändig, das Nitrat aus dem Grundwasser zu filtern.
Um die Nitratkonzentration dauerhaft gering zu halten, sind nicht nur die Regierungen gefragt, sondern alle, die Teil des Wasserkreislaufs sind. Dank des 1992 auf den Weg gebrachten „Niedersächsischen Kooperationsmodells Trinkwasserschutz“ konnten bereits beachtliche Erfolge erzielt werden. Die Nitratgehalte im oberflächennahen Grundwasser haben sich seit 1993 kontinuierlich verbessert – die Maßnahmen im Rahmen der Kooperation von Wasserwirtschaft und Landwirtschaft zeigen also Wirkung.

Gemeinsam Konzepte entwickeln

Verbraucher, Wasserversorger, Gewässerschutzberatungen, die Wissenschaft und weitere Akteure sind gefordert, sich zu engagieren, aufzuklären und gemeinsam neue Konzepte zu entwickeln, die das Grundwasser langfristig schützen. Anlässlich des Weltwassertags finden sich Expertinnen und Experten am 22. März zu einer digitalen Podiums­diskussion, initiiert von Purena und Avacon, zusammen. Von 18 bis 19.30 Uhr tauschen sich Hinrich Beckmann, kaufmännischer Geschäftsführer von Purena, Thomas Meyer, technischer Geschäftsführer von Purena, Per-Ole Wittenburg, Stadtförster der Hansestadt Lüneburg, Annette Menke, verantwortlich für die Grundwasser-­schutzberatung bei Ingus, und Prof. Dr. Klaus Kümmerer von der Leuphana Universität über den Grundwasserschutz aus. Jeder, der sich für das Thema Grundwasserschutz interessiert, kann sich online dazu schalten und im Anschluss an die Diskussion Fragen an die Gäste stellen.

Thomas Meyer, von der Purena GmbH
Expertenmeinung

„Wir müssen gemeinsam mit allen Akteuren Lösungen entwickeln.“

Die Branche ist nachdenklich geworden. Der Klimawandel und die damit verbundenen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt fordern eine konsequente Weiterentwicklung der Ver- und Entsorgungsstrukturen. Purena ist davon überzeugt, dass die Erschließung weiterer Wasserressourcen hierfür genauso wichtig ist, wie die Anpassung unserer Strukturen an das veränderte Abnahmeverhalten und die Vernetzung der Systeme. Purena sucht hierzu den direkten Kontakt zu den Nachbarn und Wassernutzern, um gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Des Weiteren benötigen wir eine Dezentralisierung unserer Oberflächenwassersysteme mit dezentralen Rückhaltemöglichkeiten und intelligentem Wassermanagement auf allen Ebenen bis in die Erschließungsgebiete der Zukunft. Wir brauchen Erschließungskonzepte, in denen es selbstverständlich ist, dass Grundwasserneubildung, Regenwasserrückhaltung, Grauwassernutzung, Löschwassernutzung, Trinkwasserversorgung und CO₂-Minimierung miteinander verknüpft sind.
Als technischer Geschäftsführer der Purena GmbH, einer Tochtergesellschaft der Avacon AG, setzt sich Thomas Meyer mit dem Unternehmen unter anderem in Lüneburg für den Wasser- und Klimaschutz ein, beispielsweise durch Aufforstung regionaler Waldbestände.

*Quellen: Statista „Zu viel Nitrat im deutschen Trinkwasser“
https://www.umweltbundesamt.de/
https://www.wbv-lueneburg-sued.de/
Aufmacherbild: iStock/Yevgeniy Sambulov