Mittwoch , 28. Oktober 2020
Ein Mann telefonierte mutmaßlich zu laut und bezahlte dafür mit dem Leben. (Symbolbild) Quelle: picture alliance / dpa Themendie

Mann telefoniert vor Haus zu laut und Bewohner tötet ihn – Anklage erhoben

Als ein Mann vor einem Mehrfamilienhaus in Münster angeblich zu laut telefoniert, verletzt ein Bewohner ihn mit Messerstichen tödlich. Die Staatsanwaltschaft erhebt nun Anklage.

Münster. Vermutlich wegen eines zu lauten Telefonats vor seiner Haustür soll ein 61-jähriger Mann in Münster im Mai 2020 einen 33-Jährigen getötet haben. Die Staatsanwaltschaft hat deshalb jetzt Anklage wegen Mordes erhoben. Nach den Ermittlungen kannte der Angeschuldigte das Opfer nicht.

Der später durch mehrere Messerstiche Getötete soll in den Abendstunden über eine Stunde vor dem Mehrfamilienhaus laut telefoniert haben. Auf Bitten der Bewohner, den Platz zu verlassen, reagierte er demnach nicht. Zuerst suchte die Frau des 61-Jährigen das Gespräch, dann ging der Mann selber vor das Haus. Laut Anklage soll er auf den 33-Jährigen zugegangen sein und nach einem kurzen Streit sechs Mal in den Brust- und Bauchbereich gestochen haben.

Er habe sich lediglich gewehrt

Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Gegenüber der Polizei gestand er ein, sich über das zu laute Telefonieren geärgert zu haben. Das Messer will er aus Sorge um seine Frau bei sich geführt haben. Er habe sich lediglich gewehrt, der später Verstorbene habe um sich geschlagen und sei mehrfach gestürzt. Dass er den Mann mit dem Messer getroffen hat, will er nicht bemerkt haben. Über die Zulassung der Anklage muss jetzt das Landgericht Münster entscheiden.

RND/dpa