Mittwoch , 28. Oktober 2020
Die Polizei hat die Gartenlaube in der Kleingartenanlage in Münster mit Flatterband abgesperrt. Quelle: imago images/Kirchner-Media

Missbrauchsfall Münster: Anklage gegen fünf Verdächtige erhoben

Der Missbrauchsfall Münster hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Jetzt haben Ermittler Anklage gegen fünf Verdächtige erhoben. Die entsetzlichen Taten eines 27-Jährigen stehen dabei im Mittelpunkt.

Münster. Im Missbrauchsfall Münster hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen fünf Beschuldigte erhoben. Dabei steht ein 27-Jähriger im Mittelpunkt. Laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft Münster soll er über Jahre bei mindestens 26 Gelegenheiten den Sohn seiner Lebensgefährtin vergewaltigt haben. Der Tatvorwurf lautet auf schweren sexuellen Missbrauch. Ein Ort für den Missbrauch war eine in der Zwischenzeit abgerissene Gartenlaube in einem Kleingartenverein in Münster.

Angeklagt sind zudem die 45 Jahre alte Mutter des 27-Jährigen, ein 30 Jahre alter Mann aus Staufenberg in Hessen, ein 42-Jähriger aus Schorfheide in Brandenburg und ein 35-Jähriger aus Hannover. Laut Anklage sollen die Männer zu unterschiedlichen Zeitpunkten mehrere Kinder zum Teil gemeinsam vergewaltigt haben. Der 27-Jährige soll den Jungen dabei auch über das Internet angeboten haben. Opfer sollen laut Anklage der fünfjährige Sohn des Mannes aus Staufenberg und der zehn Jahre alte Sohn der Lebensgefährtin des Münsteraners gewesen sein.

Über die Zulassung der Anklage muss das Landgericht Münster entscheiden. Nach Lügde und Bergisch Gladbach ist Münster der dritte große Missbrauchsfall der vergangenen Jahre in Nordrhein-Westfalen.

RND/dpa