Feuerwehrfahrzeuge stehen am späten Abend an dem Haus im Dortmunder Stadtteil Lütgendortmund. Quelle: Fabian Strauch/dpa

Waffenlager in Dortmunder Wohnung – Polizei von “Menge der Dinge“ überrascht

Seit Mittwoch durchsucht die Polizei die Wohnung eines 68-Jährigen, die einem Waffen- und Sprengstofflager gleicht. Spezialisten unter anderem mehrere Kilogramm hochexplosiven TNT-Sprengstoff. Warum der Mann die Waffen und das explosive Material gelagert hat, ist noch unklar.

Dortmund. Bei einer Wohnungsdurchsuchung in Dortmund sind Ermittler auf ein Waffen- und Sprengstofflager gestoßen. Die schon am Mittwoch begonnene Durchsuchung werde am Freitagmittag fortgesetzt, sagte eine Sprecherin der Polizei. “Wir sind überrascht worden von der Menge der Dinge, die wir da gefunden haben.” Der 68-jährige Bewohner hatte das explosive Material in seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus und offenbar auch in seiner Garage mitten in einer Wohnsiedlung gehortet.

Der Mann war am Mittwoch festgenommen worden und befand sich am Freitag zunächst weiter in Polizeigewahrsam. Auf die Frage, ob Haftbefehl beantragt werde, sagte die Sprecherin, man werde darüber im Tagesverlauf informieren.

Mehrere Kilogramm TNT-Sprengstoff

Am Mittwoch waren in den Räumen des Mannes Waffen, Waffenteile, verdächtige chemische Substanzen und eine Mine entdeckt worden. Die Mine war in der Nacht zu Donnerstag auf einem Feld kontrolliert gesprengt worden.

Am Donnerstag stießen die Spezialisten von Feuerwehr und Landeskriminalamt dann auf mehrere Kilogramm hochexplosiven TNT-Sprengstoff, der ebenfalls unschädlich gemacht worden sei. Wo diese kontrollierten Sprengungen vorgenommen wurden, sagte die Sprecherin nicht. “Wir wollen keine Schaulustigen anlocken und niemanden gefährden.”

Polizei will keine Schaulustigen

Aus dem LKA hieß es dazu: “Neben den gefahrenabwehrenden Sprengungen vor Ort haben die Entschärfer des LKA NRW Asservate - unter anderem TNT - zunächst aus gefahrenabwehrenden Gründen zur sachgerechten Zwischenlagerung mitgenommen.” Ein Sprecher sagte, diese Gegenstände würden derzeit im Landeskriminalamt erfasst und dann bewertet.

Ein Polizeisprecher antwortete auf die Frage, ob der Mann mutmaßlich allein handelte: “Er war alleiniger Nutzer dieser Wohnung.” Wie lange die Durchsuchungen noch dauern werden, war am Freitag zunächst unklar. Man hoffe, keine weiteren kontrollierten Sprengungen mehr vornehmen zu müssen. Wo die gefahrenabwehrenden Sprengungen bisher erfolgten, sagte die Polizeisprecherin nicht. “Wir wollen keine Schaulustigen anlocken und niemanden gefährden.”

Motiv noch völlig unklar

Zur Person des 68-Jährigen machten Polizei und Staatsanwaltschaft auch weiter keine genaueren Angaben. “Was für eine Motivation dahinter steckt, können wir noch nicht sagen. Das Prozedere ist überhaupt nicht abgeschlossen.”

Gegen den Senior wird nach bisherigem Stand wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Die Kriminalpolizei hatte einen Hinweis auf eine Waffe erhalten, die der 68-Jährige einem anderen Mann übergeben haben soll. Daraufhin wurden Wohnung und Garage des Mannes durchleuchtet.

Der Polizeisprecher betonte, kein Bürger dürfe TNT lagern. Das sei etwa speziellen Unternehmen im Bergbau vorbehalten oder Firmen, die mit Sprengungen im Tunnelbau befasst seien. Die Sicherheitsvorschriften zur Lagerung seien extrem streng.

RND/dpa