Montag , 21. September 2020
Ein Berliner Betrüger gab sich unter anderem als Millionär aus. (Symbolbild) Quelle: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/

“Hoteltester” und “Millionär”: Filmreifer Hochstapler muss vier Jahre ins Gefängnis

Berlin. Ein Berliner, der sich als Makler, Manager oder Millionär ausgegeben und vor allem Reisen ergaunert hat, ist zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht sprach den 32-Jährigen am Dienstag des Betrugs sowie des Computerbetrugs in 26 Fällen schuldig. Skrupellos und mit erheblicher krimineller Energie sei der Angeklagte vorgegangen. In einem Fall wollte er sogar die Justizkasse für eine Reise heranziehen. Das Gericht ordnete die Einziehung von Wertersatz in Höhe von 49.000 Euro an.

Es falle sehr schwer, die Finger von Betrügereien zu lassen, „wenn man nichts anders gemacht hat“, sagte der Angeklagte vor Gericht. Seine Anwältin sprach von einer „Lebensbeichte“. Der einschlägig vorbestrafte Mann habe ein „Hochstapler-Leben geführt“ und es interessant gefunden, unter anderem Reiseveranstalter auszutricksen. „Er hat Schwachstellen ausgenutzt.“

Mehrfach buchte 32-Jähriger einen Chauffeurservice

Im Prozess ging es um Taten zwischen September 2018 und Mai 2020. In den meisten Fällen hatte der Angeklagte bei Online-Buchungen unter falschen Namen die Kontodaten Dritter missbraucht. In einem Fall hatte er online eine Pauschalreise nach Gran Canaria gebucht und dabei zur Zahlung durch Lastschrifteinzug die Kontoverbindung der Kosteneinziehungsstelle der Justiz angegeben. Die Reise habe er angetreten, die Lastschrift sei aber zurückgebucht worden.

Mehrfach hatte der 32-Jährige einen Chauffeurservice für mehrere Wochen gebucht und die Firmen laut Anklage um Beträge zwischen 4900 und 12.000 Euro geprellt. Bei einem Schwindel mit einer Reise habe sich der Mann als Hoteltester ausgegeben. In einem anderen Fall habe er als falscher Produktionsleiter einer Filmfirma Geld erschlichen. Als angeblicher Millionär habe er den Kauf eines Hotels vorgetäuscht. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

RND/dpa