Montag , 21. September 2020
Ein Mitarbeiter der Spurensicherung betritt das Juweliergeschäft in Celle, in dem zwei tödliche Schüsse fielen. Quelle: Moritz Frankenberg/dpa

Tödliche Schüsse in Celle: Juweliergeschäft wohl schon häufiger Einbruchsziel

Am Montagnachmittag fielen mindestens zwei Schüsse in einem Juwelier- und Antiquitätengeschäft in Celle, einer der mutmaßlichen Räuber wurde erschossen, der zweite starb wenige Stunden später im Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 71 Jahre alten Gold- und Antiquitätenhändler wegen des Verdachts auf Totschlag.

Rafaqat Ali, der Besitzer des benachbarten Restaurants El Paso, wusste von der Waffe des Juweliers. “Der Inhaber hatte sie sich nach einem Überfall in der Vergangenheit zugelegt”, sagt der 46-Jährige der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung” (HAZ).

Vor rund 20 Jahren soll H. schon einmal ausgeraubt worden sein, dabei hätten ihn der oder die Täter gefesselt und in einen Teppich eingewickelt. Offenbar sollte sich das nicht wiederholen. Außerdem gebe es laut Ali regelmäßig nachts Einbrüche im Juweliergeschäft. Auf Anfrage der “HAZ” bestätigen Polizei und Staatsanwaltschaft die zurückliegenden Taten, hielten sich aber mit Details insbesondere zum Fall vor zwei Jahrzehnten noch zurück.

Juwelier handelte aus Angst um seine Frau

Gegenüber “Bild” schilderte der Inhaber des Juwelierladens den Überfall folgendermaßen. Demnach seien die beiden Männer am Montagnachmittag in sein Geschäft gekommen. Einer der beiden mutmaßlichen Räuber habe demnach im Rollstuhl gesessen und Sonnenbrille, Mundschutz und Handschuhe getragen. Der andere mutmaßliche Täter soll den Rollstuhl mit Wucht gegen den Tresen geschoben haben.

Dann habe sich der Mann im Rollstuhl über den Tresen und auf die Frau des Juweliers gestürzt. Der Juwelier zog daraufhin nach eigenen Angaben seine Schusswaffe, “aus einer Heidenangst, dass sie meine Frau töten”, wie “Bild” ihn zitiert.

RND/ak