Dunkle Wolken, stürmischer Wind und hoher Wellengang im Mittelmeer vor der Küste von Malia im Norden von Kreta. (Archivfoto) Quelle: picture alliance / Andreas Frank

Orkanböen und hohe Wellen drohen: Medicane “Udine” zieht nach Griechenland

Athen. Auf dem Mittelmeer braut sich ein Sturm zusammen: Medicane “Udine” trifft wahrscheinlich am Freitag auf Griechenland. Metereologe Jürgen Schmidt vom Wetterdienst “WetterKontor” sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dass das Sturmtief durch “kalte Luft in höheren Schichten” verursacht werde. Dann entstünden Gewitterwolken. Der Medicane habe “eine Struktur wie ein tropischer Wirbelsturm”, so Schmidt.

Hohe Wellen in Strandnähe möglich

“Udine” werde wahrscheinlich ganz Griechenland treffen, genau sagen könne man das laut Schmidt aber noch nicht. Anschließend wird der Sturm seinen Angaben zufolge in Richtung ägyptischer Küste weiterziehen. Aus “Udine” wird aber wohl kein Hurrikan, dafür sei die Temperatur im Mittelmeer nicht hoch genug, so Schmidt.

Der Metereologe erwartet zwischen drei bis sechs Meter hohe Wellen in und um den Kern des Tiefs. Es könnte auch sein, dass die hohen Wellen griechische Strände erreichen. Auch “starke Wind- und Orkanböen” seien in Griechenland möglich, ebenso Gewitter und Regen. Am Sonntag schwächt der Medicane sich deutlich ab, so der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Ein Medicane ist ein tropensturmähnliches Sturmtief im Mittelmeerraum, der Begriff setzt sich aus Mediterranea“ und Hurricane zusammen. Medicanes sind nicht ungewöhnlich: Sie treten vor allem im Herbst wegen der warmen Wassertemperatur auf, so Schmidt. Laut dem DWD kamen Medicanes in den letzten zehn Jahren fast jeden Herbst vor.

RND/am