Samstag , 19. September 2020
Rettungsautos stehen nach einem Badeunfall in Niedersachsen an einem See. Quelle: picture alliance / Philipp Schul

Besonders viele Badetote im August

Bad Nenndorf. In Deutschland sind im laufenden Jahr weniger Menschen durch Ertrinken gestorben. In den ersten acht Monaten starben in deutschen Gewässern mindestens 329 Menschen – 20 weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag in Bad Nenndorf mitteilte. Allerdings ertranken im Monat August mit 117 so viele Menschen wie seit vielen Jahren nicht, im Vorjahresmonat waren es 45. Zuletzt lag die Zahl der Ertrunkenen im Sommermonat August 2003 höher – damals waren es 129.

„Sobald es heiß wird, gehen die Leute – oft zu sorglos – ins Wasser“, warnte DLRG-Präsident Achim Haag. „Die Ursachen sind wie so oft Leichtsinn, Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit, eine zu hohe Risikobereitschaft und insbesondere das Schwimmen in unbewachten Gewässern.“ Weil zahlreiche Schwimmbäder coronabedingt geschlossen hatten, hätten sich viele Menschen Alternativen im Freien gesucht. Unfallschwerpunkte sind nach wie vor Seen und Flüsse.

Gründe sind Selbstüberschätzung, Leichtsinn und Alkohol

Die meisten tödlichen Badeunfälle gab es mit 68 Opfern in Bayern – 12 weniger als im Vorjahreszeitraum. In Nordrhein-Westfalen gab es 41 Opfer zu beklagen, 13 weniger als im Vergleichszeitraum, in Niedersachsen waren es ebenfalls 41 und damit so viele wie im Vorjahreszeitraum.

Es starben zumeist Männer, ihr Anteil an den Todesfällen lag bei fast 80 Prozent. Gründe seien Selbstüberschätzung, Leichtsinn und oftmals auch Alkohol.

RND/dpa