Montag , 26. Oktober 2020
Ein Polizeiwagen bei einem Einsatz (Symbolbild). Quelle: Larry Valenzuela/The Fresno Bee/

Hund auf Schwarzen gehetzt: Strafverfahren gegen US-Polizisten

Ein Polizist im US-Staat Utah hat einen Hund zu einer Beißattacke auf einen schwarzen Mann angestiftet und muss sich nun wegen schwerer Körperverletzung verantworten. Das Strafverfahren gegen den Beamten gaben Staatsanwälte im Bezirk Salt Lake County am Mittwoch bekannt. Demnach gingen Polizisten am 24. April einem Notruf wegen häuslicher Gewalt nach und trafen dabei den Schwarzen Jeffery Ryans in seinem Garten an. Er fügte sich nach Justizangaben den Aufforderungen der Beamten, seine Hände zu erheben und sich nicht zu rühren.

Einer der Polizisten befahl Ryans, sich auf den Boden zu legen. Dann versetzte der Beamte ihm einen Tritt ans Bein, zwang ihn auf die Knie und hielt den Hund an, Ryans zu beißen, wie Staatsanwälte mitteilten. Auf Mitschnitten einer Körperkamera ist zu hören, wie der Polizist das Tier wiederholt lobt („guter Junge“), während es sich Ryans linkes Bein schnappt und rund 20 Sekunden lang nicht ablässt. Dem Mann werden unterdessen Handschellen angelegt.

Einsatz von Hunden bei Festnahmen wurde ausgesetzt

Nach der Beißattacke musste sich Ryans einer Operation unterziehen. Später konnte er den Angaben zufolge für längere Zeit sein Bein nicht benutzen. Seine Anwälte warfen dem Beamten vor, ihrem Mandaten eine vermeidbare Verletzung zugefügt zu haben. Ryans habe Schäden an Nerven und Sehnen sowie eine Infektion davongetragen, die zu einer Amputation hätte führen können.

Nachdem Ryans im August mit seiner Erfahrung mittels eines Artikels in der Zeitung „The Salt Lake Tribune“ an die Öffentlichkeit ging, leitete die Polizeibehörde Ermittlungen ein. Der Einsatz von Hunden bei Festnahmen wurde ausgesetzt. Es kommt selten vor, dass gegen Beamte wegen Vorwürfen übermäßiger Gewalt ein Strafverfahren eröffnet wird.

RND/AP