Mittwoch , 28. Oktober 2020
Blick auf die Küste von Euböa. Vor der Ankunft von Medicane "Ianos" hat der Katastrophenschutz alle betroffenen Regionen alarmiert. Quelle: imago images/Hans Lucas

Mediterraner Hurrikan “Ianos” wütet auf griechischen Urlaubsinseln

Athen. Der schwere Herbststurm “Ianos” mit den Merkmalen eines Hurrikans wütet entlang der griechischen Westküste. Betroffen waren zunächst vor allem Zakynthos und Kefalonia sowie Ithaka. “Es war eine schwierige Nacht für die Ionischen Inseln”, sagte Unterstaatssekretär Nikos Hardalias am Freitagmorgen dem Staatsfernsehen “ERT”.

“Ianos” sorgt für Stromausfall auf Ionischen Inseln

In zahlreichen Regionen Westgriechenlands und auf der Halbinsel Peloponnes fiel der Strom aus. Die Feuerwehr rückte immer wieder aus, um Straßen von eingestürzten Bäumen zu räumen und Menschen aus überschwemmten Häusern zu holen, wie ERT berichtete.

Die Bilanz: Dutzende beschädigte oder zerstörte Boote und Jachten, gesperrte Straßen. Campingplätze und Strandbars sind verwüstet. Den wenigen Touristen, die trotz Corona-Pandemie in Westgriechenland Urlaub machen, wurden die Ferien vermiest

Fährverkehr zwischen Inseln und Festland eingestellt

Die Menschen wurden aufgerufen, zu Hause zu bleiben: “Gehen Sie nicht auf die Straßen. Sichern Sie alles, was herumfliegen kann. Gehen Sie auf die höheren Stockwerke, wenn es Fluten gibt”, sagte der Chef des Zivilschutzes, Nikos Chardalias, am Donnerstag nach einer Krisensitzung in Athen dem ERT.

Aus Sicherheitsgründen sollten am Freitag die Schulen in zahlreichen Regionen Westgriechenlands geschlossen bleiben. Auch die Fährverbindungen zu den Inseln Kefalonia, Zakynthos und Ithaka wurden unterbrochen. Der Zivilschutz und das meteorologische Amt warnten am Freitagmorgen: In den nächsten Stunden könne der “Medicane Ianos” seinen Kurs ändern und schwere Schäden auf dem Festland anrichten. Mit einer Wetterbesserung rechnen die Meteorologen von Sonntagnacht an.

Ein Medicane ist ein Sturmtief, das sich gegen Ende des Sommers im Mittelmeerraum bilden kann, wenn das Wasser dort noch hohe Temperaturen aufweist. Sobald er das Festland erreicht, verliert er an Heftigkeit.

RND/gei/dpa