Dienstag , 27. Oktober 2020
Indigene demonstrieren im Juni in Kolumbien (Symbolfoto). Quelle: imago images/Agencia EFE

Kolumbien: Indigene Demonstranten reißen Statue von Eroberer herunter

Die Statue des Konquistadoren Sebastián de Belalcázar steht nicht mehr: Während einer Demonstration der Misak-Indigenen am Mittwoch in Popayán in Kolumbien warfen Demonstranten die Skulptur um. Ein Video davon postete die Tageszeitung “El Tiempo” auf Instagram. In einem Bericht von “El Tiempo” steht, dass die Demonstranten Belalcázar unter anderem Völkermord, Landraub, Vergewaltigung und Sklaverei vorwerfen. In einem weiteren Video ist zu sehen, wie die Polizei daneben steht und zuschaut.

Belalcázar lebte im 15. und 16. Jahrhundert: Er eroberte große Teile Kolumbiens und gründete im Jahr 1537 die Stadt Popayán. Anhand von historischen Berichten und Akten hätten die Demonstranten die Taten des Eroberers recherchieren können, so “El Tiempo”. Einige Bewohner von Popayán waren gegen das Umstürzen der Statue, auch der Bürgermeister Juan Carlos López Castrillón. Die Stadt lehne Gewalttaten ab, sagte Castrillón laut CNN español.

Christoph Kolumbus

Nach der Tötung von George Floyd war auf der ganzen Welt eine Rassismusdebatte entflammt. Auch die Geschichte des Kolonialismus und der Konquistadoren rückte dabei in den Fokus: In mehreren Ländern wurden Statuen von umstrittenen historischen Figuren umgerissen oder entfernt. Zum Beispiel stürzten Demonstranten die Statuen von Christoph Kolumbus in den US-Städten Richmond (Virginia) und Baltimore (Maryland) um.

RND/am