Donnerstag , 29. Oktober 2020
Fast genau drei Jahre nach dem Tod von 26 Menschen in dieser Schule ist die Schulleiterin wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Quelle: Montse Lopez Flores/Zuma Press/d

Nach Schuleinsturz in Mexiko mit 26 Toten: Leiterin wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Mexiko-Stadt. Fast genau drei Jahre nach dem Tod von 26 Menschen in einer Schule in Mexiko-Stadt bei einem Erdbeben ist die Schulleiterin wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Ein Gericht in der mexikanischen Hauptstadt sah es als erwiesen an, dass die Frau durch Nichteinhaltung von Bauvorschriften für den Tod der 19 Kinder und sieben Erwachsenen verantwortlich ist, wie die Generalstaatsanwaltschaft in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) mitteilte.

Eingestürzte Schule sorgte nicht nur wegen der vielen Todesfälle für Schlagzeilen

Die Frau, die ebenfalls Eigentümerin des vierstöckigen Gebäudes der Privatschule „Enrique Rébsamen“ im Süden der Stadt war, hatte dort eine Wohnung für sich bauen lassen. Sie war bis Mai dieses Jahres auf der Flucht gewesen. Die Staatsanwaltschaft forderte 57 Jahre Haft. Die Verkündung des Strafmaßes steht noch aus.

Bei dem Erdstoß der Stärke 7,1 am 19. September 2017 waren 369 Menschen ums Leben gekommen, 228 davon in Mexiko-Stadt. Die eingestürzte Schule, zu der sowohl eine Grundschule als auch eine Oberstufe gehörten, sorgte zeitweise nicht nur wegen der vielen Todesfälle für Schlagzeilen. Mexikanische TV-Sender berichteten rund um die Uhr von der Suche dort nach dem verschütteten zwölfjährigen Mädchen „Frida Sofía“, dessen Stimme Helfer gehört haben wollten. Das Kind wurde Tage nach dem Beben zum Symbol, noch Überlebende zu finden. Schließlich stellte sich heraus, dass es „Frida Sofía“ gar nicht gab.

RND/dpa