Dienstag , 27. Oktober 2020
"WirtshausWiesn" geht trotz hoher Infektionszahlen in zweite Runde. Quelle: imago images/STL

“WirtshausWiesn” geht trotz hoher Infektionszahlen in zweite Runde

München. Das Oktoberfest ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt – dennoch geht am Sonntag die kleine Ersatz-Feier in die zweite Runde. Nachdem es in mehr als 50 Wirtshäusern am Samstag “Ozapft is” hieß, feiern die Münchner weiter. Mit der “WirtshausWiesn” wollen die Wirte trotz Corona für etwas Oktoberfeststimmung sorgen. Am Sonntag wird mit einer ersten Bilanz des Auftakts gerechnet. Die Veranstaltung ist umstritten – auch, weil die Infektionszahlen in München steigen.

In den Gaststätten gelten die üblichen Coronaregeln zu Abständen und Masken. Die Vorgaben würden strikt eingehalten, betonten die Wirte. Die Menschen wollten feiern – und dann sei es besser, dies geschehe kontrolliert in den Wirtshäusern als bei wilden Partys. Zu Zwischenfällen kam es am Samstag im Tagesverlauf zunächst nicht. Auch auf der Theresienwiese, wo ein Alkoholverbot herrschte, blieb es ruhig. Dutzende Polizeibeamte kontrollierten die Einhaltung des Verbots.

Oberbürgermeister Reiter mahnt, sich an Regeln zu halten

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte gemahnt, sich strikt an die Coronaregeln zu halten. Er versicherte, dies werde engmaschig kontrolliert. München hatte am Freitag mit 50,7 die kritische 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner überschritten, ab der verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen vorgesehen sind. Am Samstag stieg der Wert laut Stadt auf 54,2. Anfang der Woche soll ein Krisenstab darüber beraten, ob weiterführende Maßnahmen zu beschließen sind. Bislang wurde nur die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen in München verlängert.

Die Münchner Gastronomen knüpfen mit der „WirtshausWiesn“ an das allererste Oktoberfest im Jahr 1810 an. Denn damals wurde zwar auf der Theresienwiese eine königliche Hochzeit mit Pferderennen gefeiert. Gegessen, getrunken und gesungen wurde dann aber in den umliegenden Wirtshäusern, wie die Stadt erläuterte.

RND/dpa