Donnerstag , 29. Oktober 2020
Angesichts stark steigender Zahlen von Corona-Neuinfektionen droht die Stadt Neumünster mit erneuten Einschränkungen des öffentlichen Lebens (Symbolbild). Quelle: imago images/MiS

Steigende Zahlen: Neumünster drohen erneute Einschränkungen

Neumünster. Angesichts stark steigender Zahlen von Corona-Neuinfektionen droht die Stadt Neumünster mit erneuten Einschränkungen des öffentlichen Lebens. In der Stadt wurden bis Sonntagmittag, 12.00 Uhr, insgesamt 155 Fälle einer Covid-19-Erkrankung mit Labornachweis bestätigt, davon sind aktuell 30 Personen erkrankt, wie die Stadt auf ihrer Internetseite mitteilte. 25 bestätigte Neuinfektionen gab es in der vergangenen Woche in der Stadt. Die 7-Tage-Inzidenz für Neumünster lag demnach am Sonntagmittag bei 30,9 auf 100.000 Einwohner. Das war der landesweit höchste Wert. Der Grenzwert, ab dem verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen vorgesehen sind, liegt bei 50 Neuinfektionen pro Woche.

„Ich mahne die Menschen zur Vernunft und zu einem achtsamen Umgang mit den Mitmenschen und sich selbst. Sollten die Fallzahlen weiter so stark steigen, werden wir gezwungen, das gesellschaftliche Leben in unserer Stadt Neumünster in Teilen wieder herunterzufahren“, sagte Oberbürgermeister Olaf Tauras.

Die Leitende Amtsärztin Alexandra Barth ergänzte: „angesichts des dramatischen Anstiegs der Infektionen befinden wir uns bereits in der zweiten Welle und es drohen Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Dies muss den Menschen endlich bewusst werden.“ Zuvor hatten Medien berichtet.

Nicht nur Reiserückkehrer für steigende Infektionszahlren verantwortlich

Den Angaben zufolge stecken sich die Neumünsteraner mittlerweile vor Ort bei Veranstaltungen, am Arbeitsplatz, bei Familienfeiern sowie in der Öffentlichkeit an. Es seien nicht mehr nur Reiserückkehrer für die steigenden positiv getesteten Fälle verantwortlich.

„Die Neumünsteraner gehen absolut unvernünftig mit der bedrohlichen Situation um und tun durch enges Beieinandersein so, als wäre schon alles vorbei“, sagte Barth. Selbst ein Negativtest sei nur eine Momentaufnahme. „Wer Kontakt zu einem Infizierten hatte und negativ getestet ist, muss dennoch 14 Tage in Quarantäne bleiben, da die Krankheit noch ausbrechen kann.“

In anderen Regionen Deutschlands – etwa in Cloppenburg in Niedersachsen und in München – wurde der Sieben-Tages-Grenzwert in den vergangenen Tagen bereits überschritten.

RND/dpa