Donnerstag , 29. Oktober 2020
Am Landgericht Berlin hat der Prozess gegen einen 34-Jährigen begonnen, der seine Mutter getötet haben soll. Quelle: Sonja Wurtscheid/dpa

Prozessbeginn: Sohn (34) soll Mutter mit Küchenmesser erstochen haben

Berlin. Nach dem gewaltsamen Tod einer 53 Jahre alten Frau in Berlin-Marzahn vor knapp sechs Monaten hat am Landgericht der Prozess gegen ihren Sohn begonnen. Der 34-Jährige soll seine Mutter in einem Streit mit einem Küchenmesser angegriffen und mehrmals auf die Frau eingestochen haben. Der Verteidiger erklärte zu Beginn der Verhandlung am Donnerstag, sein Mandant könne sich wegen fehlender Erinnerung nicht zum Vorwurf des Totschlags äußern. Der Mann soll im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt haben. Die Staatsanwaltschaft strebt seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

34-Jähriger leidet an starker psychischer Erkrankung

Der 34-jährige Deutsche, der bereits seit Jahren an einer erheblichen psychischen Erkrankung leiden soll, hatte in der Wohnung seiner Mutter und Schwester übernachtet, als es am frühen Morgen des 31. März 2020 zur tödlichen Auseinandersetzung kam. Mit einem Küchenmesser habe der Beschuldigte seine Mutter angegriffen und ihr “diverse Messerstiche” versetzt, so der Staatsanwalt. Die Frau habe noch in den Hausflur fliehen und um Hilfe rufen können. Der Sohn sei ihr gefolgt und habe weiter zugestochen. Sie starb noch vor Ort.

Die 20 Jahre alte Schwester des Beschuldigten sagte als Zeugin, sie sei in ihrem Zimmer eingeschlossen gewesen, als ihre Mutter angegriffen wurde. “Ich hörte ihre Schreie.” Sie habe die Polizei angerufen und Lärm gemacht, um Nachbarn zu alarmieren. Ihr Bruder habe während und nach der Tat kein Wort gesagt. Er habe damals seit einigen Wochen bei ihnen gewohnt. Es sei geplant gewesen, dass er ab Mitte April einen Drogenentzug machen sollte. Der Prozess wird am 25. September fortgesetzt.

RND/dpa