Ein Pavian blickt in Kapstadt durch eine Windschutzscheibe. (Symbolbild) Quelle: picture alliance / imageBROKER

Strafregister quoll über: Pavian wegen Anstiftung zu Überfällen bestraft

Katazas Ruf bei den Behörden von Kapstadt war ohnehin schon angekratzt. Als er dann eine Gruppe seiner Artgenossen organisierte, die mehrere Häuser in der Vorstadt überfielen, reichte es. Kataza, der Pavian, wurde gefangen genommen. Inzwischen schlafe er im Hof eines örtlichen Gefängnisses, heißt es. In den sozialen Medien läuft eine Kampagne, damit er wieder in sein altes Revier entlassen wird.

Kataza ist einer von einigen Hundert städtischen Pavianen in der Gegend von Kapstadt. Sie werden häufig zu Unruhestiftern, weil sie auf der Suche nach Nahrung Grundstücke heimsuchen, Mülltonen umstoßen und Obst und Gemüse aus Gärten stehlen. Die Menschen der Stadt setzen sich mit der Frage auseinander, wie sie mit den Pavianen umgehen sollten. Die Paviane leben eigentlich in den Bergen um die Stadt herum. In der Metropolregion halten sich laut Experten etwa 500 Paviane auf. Die Stadt hat sogar ein Team speziell für Paviane. Ranger verjagen sie aus einigen Stadtvierteln, indem sie mit Farbklecks-Schusswaffen auf sie schießen. Dauerhaft schwierige Paviane werden manchmal eingeschläfert.

Depressiver Pavian schlendert nachts durch die Straßen

Der Pavian Kataza war im Küstenort Kommetjie auf der südlichen Halbinsel von Kapstadt aktiv. Nach seiner Gefangennahme wurde er Ende August von Rangern in die nahe gelegene Gegend Tokai gebracht. Sie hofften, dass er sich dort einer artigeren Gruppe Paviane anschließen würde und aufhören würde, Unruhe zu stiften. An einer Straße in Kommetjie ist ein Schild zu finden, auf dem “#BringBackKataza” steht (Bringt Kataza zurück). Auf einer Facebook-Seite wird gefordert, dass er auf sichere Weise zurückkehrt.

Kataza habe sich nicht in die Tokai-Truppe integriert, sagte Jenni Trethowan von der Tierschutzorganisation Baboon Matters in Kapstadt. Er sei isoliert und scheine depressiv zu sein. Kataza schlendere durch die Straßen von Tokai, nachts schlafe er im Hof eines Gefängnisses.

Auszug aus seinem Strafregister: Affe stiftete Artgenossen zu Überfällen an

Der Pavian sei auf unfaire Weise ins Visier genommen worden, sagte Trethowan. Ihre Gruppe versucht Wege zu finden, wie Paviane und Menschen auf friedliche Weise zusammen leben können. Trethowan will, dass er wieder nach Kommetjie kommt. "Er ist nicht schlimmer als irgendeiner der anderen Paviane. Er ist einfach ein städtischer Pavian", sagte Trethowan.

Die Behörden führen eine Art "Strafregister" für Paviane, in der die Vergehen der Betroffenen festgehalten werden. Das Strafregister von Kataza war offenbar nicht mehr hinnehmbar. Er war seit April beobachtet worden. Damals hatte er fünf bewohnte Häuser überfallen. Der Gipfel war laut Behörden erreicht, als Kataza und seine Truppe 15 Überfälle in Kommetjie im Juli und August begingen. "Er warb allgemein andere Individuen an, sich ihm beim Überfall auf die Stadt anzuschließen", steht in Katazas Strafregister, wie eine südafrikanische Zeitung berichtete, die sich das Dokument ansah.

Trethowan sagte, die Stadt beschuldige Paviane einfach dafür, Paviane zu sein. Es sollten stattdessen Maßnahmen ergriffen werden, um das Problem zu entschärfen. Mülleimer, die vor Pavianen sicher seien, würden helfen, sagte Trethowan.

RND/AP