Donnerstag , 29. Oktober 2020
Eine Straße im nördlichen Teil des US-Staates New York. Quelle: picture alliance / © Bruce Colem

Örtchen in den USA möchte weiter Hakenkreuz heißen

Swastika. Ein Wohnsiedlung im US-Staat New York will weiter Swastika heißen – auf Deutsch also Hakenkreuz. Der Ortsbeirat Swastika habe vergangene Woche keinen Grund gesehen, den seit mehr als 100 Jahren bekannten Namen zu ändern, sagte der Kommunalbeamte Jon Douglass aus Black Brook, zu dem Swastika gehört, dem Radiosender NPR. Eines der vier Ratsmitglieder, Howard Aubin, sagte der Zeitung „Adirondack Daily Enterprise“, nur ein intoleranter Mensch könne annehmen, dass der Name etwas mit Nazis zu tun habe.

Auf die Tagesordnung gekommen war das Thema durch den New Yorker Michael Alcamo, der im Sommer in der Gegend etwa 56 Kilometer südlich der kanadischen Grenze geradelt war und fand, der Name Swastika sei eine Beleidigung für US-Weltkriegsveteranen. Der Weiler hieß laut einem Zeitungsbericht von 1977 früher Goodrich Mills, stand aber seit 1913 als Swastika in den Postverzeichnissen.

„Es gibt auch andere, die das nicht mit Hass verbinden“

Douglass räumte ein, dass von den Nationalsozialisten genutzte Hakenkreuz sei ein Symbol des Hasses. „Aber ich denke, es gibt auch andere, die das nicht mit Hass verbinden“, sagte er. „Haben die Hindus und die (Buddhisten) und alle die es wegen der Deutschen aus ihrer Religionsgeschichte entfernt?“ Der englische Begriff Swastika kommt aus dem altindischen Sanskrit und bedeutet Glücksbringer. Das Symbol wird seit Jahrtausenden verwendet.

Douglass sagte, nach dem Zweiten Weltkrieg habe es bereits mehrere Anfragen gegeben, den Namen zu ändern. Aber sogar Einwohner des Ortes, die selbst im Krieg gekämpft hätten, seien dagegen gewesen. „Einfach weil Hitler versucht hat, die Bedeutung des Hakenkreuzes in Beschlag zu nehmen“.

RND/AP