Samstag , 24. Oktober 2020
Im Fall des angeschossenen Schwarzen Jacob Blake hat der Polizist die Schüsse mit vermuteter Kindesentführung begründet. Quelle: imago images/ZUMA Wire

Angeschossener Schwarzer Jacob Blake: Polizist vermutete Kindesentführung

Kenosha. Er habe geglaubt, dass Blake eines seiner eigenen Kinder habe entführen wollen, und das Feuer eröffnet, weil Blake sich ihm mit einem Messer in der Hand zugewandt habe, sagte Brendan Matthews, der Anwalt des weißen Polizisten dem Fernsehsender CNN.

Der Polizist sei nach einem Anruf einer Frau am Tatort in Kenosha (US-Bundesstaat Wisconsin) angekommen, die gesagt habe, dass Blake in ihrem Haus sei und nicht dort sein sollte. Er habe eine Frau sagen hören: „Er hat mein Kind. Er hat meine Schlüssel.“ Der Polizist habe gesehen, wie Blake ein Kind in das Auto gesetzt habe, jedoch nicht, dass noch zwei weitere Kinder auf dem Rücksitz waren.

Der Polizist habe das Feuer eröffnet, weil Blake „ein Messer in seiner Hand hielt und seinen Körper drehte“ in Richtung des Beamten. Er habe erst gestoppt, als Blake „nicht mehr eine unmittelbare Bedrohung darstellte“. Hätte er Blake erlaubt, wegzufahren, und dem Kind wäre etwas passiert, „wäre die Frage gewesen, „warum hast du nichts getan?““.

Handyvideos zeigen, wie der Polizist und ein Kollege Blake folgen, als dieser um das Auto herum geht, die Fahrertür öffnet und sich hineinbeugt. Einer der Beamten eröffnet dann das Feuer und trifft Blake sieben mal in den Rücken. Nach Angaben seiner Familie ist er seitdem von der Hüfte abwärts querschnittsgelähmt. Ben Crump, der Anwalt der Familie reagierte am Sonntag nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AP.

RND/AP