Mittwoch , 28. Oktober 2020
Drogenbaron "El Chapo" Guzmán verbüßte in dem Bundesgefängnis eine 20-jährige Haftstrafe, als ihm 2001 die Flucht gelang.

Erhielt durch Ausbruch von “El Chapo” zweifelhaften Ruf: Mexiko schließt Gefängnis

Mexiko-City. In Mexiko wird ein Bundesgefängnis geschlossen, das sich einst durch einen Ausbruch des Drogenbarons Joaquín “El Chapo” Guzmán einen zweifelhaften Ruf erwarb. Einen konkreten Grund für den Schritt nannte die Behörde für öffentliche Sicherheit am Montag nicht. Das Ganze sei Teil von Modernisierungen, die die Rechte und Resozialisierung von Insassen sicherstellen sollen, hieß es. Alle Gefangenen würden in andere Haftanstalten verlegt.

Im Gefängniskomplex nahe der Stadt Guadalajara im Westen Mexikos befindet sich auch mindestens ein anderes Staatsgefängnis. Ob es offenbleibt, war zunächst unklar.

Gefängnis erhielt den Spitznamen “Puerta Grande”

Das Bundesgefängnis war für derart laxe Standards bekannt, dass es den Spitznamen „Puerta Grande“ verpasst bekam: die „offene Tür“. Drogenbaron „El Chapo“ Guzmán verbüßte dort eine 20-jährige Haftstrafe, als ihm 2001 die Flucht gelang. Berichten zufolge türmte er in einem Wäschewagen. Nach anderen Versionen bestach „El Chapo“ einfach das Gefängnispersonal und spazierte hinaus.

Guzmán sollte 13 weitere Jahre lang flüchtig sein, ehe er erneut gefasst wurde und in ein anderes Gefängnis kam, nur um später durch einen Tunnel auszubrechen. Letztlich ging er der Polizei wieder ins Netz, wurde 2017 an die USA ausgeliefert und zwei Jahre später zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der Komplex „Puerta Grande“ machte weiter Schlagzeilen, zuletzt im Mai dieses Jahres. In dem Gefängnis brachen Kämpfe zwischen Insassen aus. Sieben Gefangene wurden dabei getötet, neun weitere verletzt. Wie die Häftlinge an die bei den Auseinandersetzunge genutzten Waffen kamen, blieb offen.

RND/AP