Samstag , 24. Oktober 2020
Der Angeklagte (r) spricht im Verhandlungssaal des Landgerichts mit seinem Verteidiger Johannes Büttner. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, Maria Baumer im Mai 2012 in der gemeinsamen Wohnung in Regensburg mit Medikamenten getötet zu haben. Quelle: Armin Weigel/dpa

Mordprozess im Fall Maria Baumer: Gutachten soll Schuldfähigkeit klären

Regensburg. Mit zwei psychiatrischen Gutachten hat am Dienstag der Prozesstag im Fall Maria Baumer vor dem Landgericht Regensburg begonnen. Angeklagt ist ein 36 Jahre alter Krankenpfleger, der seine Verlobte im Mai 2012 mit einem Medikamenten-Mix ermordet haben soll. Die Leiche der Frau wurde im Herbst 2013 von Pilzsammlern in einem Wald gefunden. Im Prozess hatte der Mann über seinen Anwalt angegeben, die Frau nicht getötet, jedoch ihre Leiche vergraben zu haben. Bei den Gutachten geht es unter anderem um die Frage nach einer psychischen Krankheit und mögliche Auswirkungen auf eine Schuldfähigkeit sowie gegebenenfalls um Motive.

Nach Überzeugung der Anklagebehörde wollte der Krankenpfleger frei für eine neue Beziehung sein. Zudem habe er mit dem Verschwinden der Verlobten seinen Studienabbruch rechtfertigen wollen. Der Angeklagte gab an, er habe seine Verlobte morgens tot im Bett liegend gefunden und in einer Kurzschlussreaktion entschieden, die Leiche zu vergraben und die Frau vermisst zu melden. Gemeinsam mit der Zwillingsschwester der Toten war er in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ aufgetreten.

Geschwister und Eltern Maria Baumers sind in dem Prozess als Nebenkläger beteiligt. Erwartet wurden am Dienstag noch die Schlussvorträge von Staatsanwaltschaft, Nebenklagevertretung und Verteidigung. Das Urteil könnte am Dienstag (6.10.) gesprochen werden, hatte der Vorsitzende Richter am Montag angekündigt.

RND/dpa