Samstag , 24. Oktober 2020
Frederick Lau ist einer der erfolgreichsten Schauspieler Deutschlands und ein gefragtes Werbetestimonial. Quelle: Teufel

Frederick Lau: “Ich finde es wichtig, mit seiner Frau zu tanzen”

Herr Lau, Sie hatten wie viele Deutsche kürzlich in Corona-Zeiten Geburtstag. Wie feiert man in diesen Zeiten?

Ich habe meinen Geburtstag gar nicht gefeiert, um ehrlich zu sein. (lacht) 31 ist jetzt auch keine geile Nummer. Den 33. feiere ich vielleicht wieder. (lacht) Ich bin schon die Tage vorher von mehreren Kumpels angerufen worden, die wohl dachten, dass ich sie einlade. Aber die musste ich alle beruhigen, dass ich nicht vergessen habe, sie einzuladen, da ich nicht feiere. (lacht)

Apropos Kumpel, einer Ihrer besten und ältesten Freunde ist Elyas M’Barek. Über den haben Sie neulich gesagt, dass er sich trotz des ganzen Erfolges nicht verändert hat. Was würde Elyas im Gegenzug über Ihre Entwicklung sagen?

Der würde bestimmt sagen, dass ich noch derselbe Vollidiot wie damals bin. (lacht)

Ihre Frau Annika meinte neulich allerdings, dass sie alle paar Monate neben einem neuen Mann aufwachen würde.

Das war aber auf meine verschiedenen Filmrollen bezogen. Man nimmt natürlich die Rolle nach Drehschluss immer ein bisschen mit nach Hause. Da muss man erst mal runterkommen. Wenn man seine Arbeit ernst nimmt, muss man seine Rollen auch fühlen.

Sie sind nicht nur als Schauspieler gefragt, sondern auch als Werbegesicht. Wie kommt eine Firma, die Teufel heißt, darauf, Sie als Testimonial zu verpflichten?

Da muss ich mir mal Gedanken drüber machen. (lacht) Ich glaube, weil ich ganz gut dazu passe und es keinen besseren gibt. Die haben sich bestimmt gesagt: Wenn schon einen Teufel, dann den. (lacht)

Oder liegt es daran, dass sich Ihr Nachname so gut für Wortspiele eignet?

Dass ich alles für lau mache? (lacht) Ich bin tatsächlich jemand, der total viel verschenkt. Also bei mir gibt es viel für lau. Wenn Freunde bei mir zu Hause sind, bin ich jemand, der gerne schenkt. Der Name ist Programm. (lacht)

Haben Sie selber schon mal den Promibonus gezogen, um etwas für lau zu bekommen?

Ich habe einmal probiert, den Promibonus zu ziehen, weil ich damals wollte, dass meine Tochter auf eine tolle Kita kommt. Da hatte ich auf der Homepage gesehen, dass die Kita auch Theaterkurse anbietet. Also habe ich eine Mail geschrieben, dass ich auch künstlerisch aktiv bin und mich sehr freuen würde, wenn meine Tochter auf diese Kita kommt. Ich glaube, sie haben diese Mail nie gelesen, weil ich nie eine Antwort bekam. Aber meine Tochter wurde trotzdem an dieser Kita angenommen. (lacht) Für seine Kinder macht man natürlich alles, aber mir ist das viel zu unangenehm, sich auf seinen Promi-Status zu berufen.

Sie werben für Lautsprecher, aber wann könnten Sie die überhaupt benutzen? Sie drehen doch einen Film nach dem anderen.

Ich bin zwischen den einzelnen Filmen schon sehr viel zu Hause. Das Erste, was ich gemacht habe, als wir eingezogen sind, war die Lautsprecherboxen aufzudrehen. Das Wichtigste ist, dass ich so laut Musik hören kann, wie ich will. Ich finde es wichtig, Musik zu spüren und die Bässe zu fühlen. Insofern habe ich da Glück. Wir tanzen mit unseren Kindern auch ganz viel zu Hause.

Zu welcher Musik?

Mein Sohn steht eher auf Electro und Techno, meine Tochter tanzt Ballett zu Klassikmusik, und ich höre Hip-Hop. Ich tanze auch mit meiner Frau, weil ich so was wichtig finde, dass man zusammen tanzt. Das macht Freude und es verbindet einen.

Tanzen Sie klassische Paartänze oder Freestyle?

Freestyle natürlich. (lacht) Vielleicht muss ich für eine Rolle mal richtig Tanzen lernen, aber bisher geht es auch so. Walzer tanzen musste ich schon mal lernen. Das kriege ich ganz gut hin. Ich finde es immer super, wenn ich neue Sachen für Filme lernen muss. Das letzte Mal musste ich Trompete spielen lernen. Es hört sich wirklich grausam an. Ich schaffe es zwar, die Melodie zu spielen, aber ich treffe die Töne nicht. (lacht)

Aber mittlerweile drehen Sie wieder?

Genau. Ich habe gerade den Kinofilm “Generation Beziehungsunfähig” abgedreht. Dazwischen hatte ich eine dreimonatige Pause. Im Oktober drehe ich den nächsten Film. Ansonsten habe ich in diesem Jahr viel Zeit mit meiner Frau und meinen Kindern verbracht. Wir waren sehr oft im Garten. Ich habe aber auch ganz viel an unserem Haus gearbeitet, die Fassade abgestemmt und verputzt. Unten im Keller habe ich eine Wand eingerissen und ein kleines Zimmer gebaut. Wir hatten natürlich Glück, dass wir rausgehen konnten, weil wir einen kleinen Garten haben. Mein kleiner Sohn hat mich drei Monate am Stück gesehen. Das war echt sehr schön.

 

Von Thomas Kielhorn/RND