Mittwoch , 28. Oktober 2020
Ikea hat das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für alle Kunden verpflichtend gemacht. Ausnahmen, die in der Landesverordnung festgelegt sind, werden nicht gestattet. Quelle: imago images/Stefan Zeitz

Ikea wirft Maskengegner mit Attest raus – Personen gehören “Querdenker“-Bewegung an

Kiel. Eine Filiale des schwedischen Möbelhauses Ikea in Kiel hat drei Personen ohne Mund-Nasen-Schutz aus ihrem Gebäude verwiesen, berichten die “Kieler Nachrichten” (KN). Dabei handelte es sich demnach um Godwin Bachmann (48) – wie sich später herausstellte ein bekannter Gegner der Corona-Politik – und zwei Begleiter, die laut Bericht alle per Attest von der Maskenpflicht befreit waren.

Die drei wollten demzufolge gemeinsam einen Kaffee im Möbelhaus trinken, als sie vom Personal an die Maskenpflicht im Gebäude erinnert wurden. Nach Vorlage des Attests lehnten die Personen auch die von einer Mitarbeiterin angebotenen Gesichtsvisiere ab. Nach der darauffolgenden Diskussion rief die Mitarbeiterin laut “KN” die Polizei und verwies die Gruppe des Hauses. In Geschäften, und somit auch bei Ikea, herrscht in Deutschland eine Maskenpflicht.

Unterstützer der “Querdenker”-Bewegung

“Ich fühle mich als Mensch aussortiert”, erklärte Bachmann, der sich mit seiner Geschichte an die “KN” wandte. Dabei erzählte der 48-Jährige allerdings nicht, dass er strenger Maskengegner und Unterstützer der “Querdenker”-Bewegung ist. Erst zwei Wochen nach dem Vorfall im Möbelhaus traf die Zeitung Bachmann auf der Bühne einer Demonstration der Initiative in Kiel an. Dort sprach er laut der Zeitung von “diktatorischen Maßnahmen” und forderte die Menschen in aggressivem Ton auf: “Nehmt diese Windel aus dem Gesicht – und das überall!”

Falsche Atteste häufen sich

Gegenüber der “KN” verrät Bachmann nicht, aus welchen Gründen er von der Pflicht ausgenommen ist und ein Attest hat. Insbesondere in diesem Fall stellt sich die Frage: Wie oft wird ein Attest nur vorgeschoben, um damit auch ein politisches Statement zu setzen? Es sind mehrere Fälle bekannt, in denen sich Maskengegner falsche Atteste ausstellen ließen. Gegen mehrere Ärzte wird deswegen schon ermittelt.

RND/nis