Anzeige
Schauspielerin Sonja Gerhardt schlüpfte in die Rolle der Meerjungfrau Sursulapitschi. Quelle: imago images/Future Image

Sonja Gerhardt: “Zum Drehen wurde ich ins Wasser getragen”

Die meisten dürften Sonja Gerhardt (31) vor allem aus Geschichtsserien wie “Deutschland 83” (RTL) oder “Ku’damm 56” kennen. Doch nun taucht sie im Kinofilm “Jim Knopf und die Wilde 13” als Meerjungfrau Sursulapitschi auf.

Frau Gerhardt, was war das für ein Gefühl, als Sie gefragt wurden, ob Sie die zweitberühmteste Meerjungfrau der Welt spielen wollen?

Neben Arielle? (lacht) Ich habe mich total gefreut und fand es spannend, mal eine Meerjungfrau zu spielen. Als es dann soweit war, dachte ich nur: “Aha, das ist interessant.” Drei Monate vor Drehbeginn wurde von meinem Körper ein Abdruck genommen, weil die Flosse komplett aus Silikon hergestellt wurde. Es gab vorher keine Anprobe. Ich bin also in Südafrika ans Set gekommen und zum ersten Mal in diese Flosse geschlüpft. Ab dem Moment war ich fremdbestimmt und konnte mich nicht mehr alleine bewegen. Ich wurde zum Drehen sogar ins Wasser getragen. (lacht)

Das klingt aber sehr unbequem…

Absolut. Da braucht man sehr viel Disziplin, weil man in dieser Flosse kaum Platz hat. Die Beine drücken aneinander und ich wusste gar nicht, wie ich meine Füße halten soll, damit es irgendwie bequem ist.

Wie lange mussten Sie denn im Wasser bleiben?

Man hatte mir von Anfang an gesagt: “Sonja, es werden 15 Grad sein und da hält man es zehn Minuten im Wasser aus.” Darauf antwortete ich: “Gut, alles klärchen”. Letztendlich war ich zwei Stunden im Wasser. Nach einer Pause musste ich nach vier Stunden noch mal rein. Das zweite Mal war definitiv schlimmer als das erste.

Aber ich dachte, Sie sind ohnehin eher der Wassertyp: Sie tauchen, angeln…

Das stimmt. (lacht) Meine komplette Familie angelt. Ich bin früher immer mitgegangen, weil ich Zeit mit meiner Familie verbringen wollte.

Was ist das Faszinierende am Angeln? Es gibt viele Prominente wie Sido oder Marteria, die auch vom Angeln schwärmen.

Für mich ist es schön, raus in die Natur zu kommen. Da habe ich meine Ruhe und bin bestenfalls mit meiner Familie zusammen. Es geht mir gar nicht darum, etwas zu fangen. Ich habe auch mal in Kanada gedreht und wollte dort auch mal angeln, aber da war die Zeit leider nicht für da.

Wenn man Sie fragen würde, ob Sie einen ganzen Film über die Meerjungfrau Sursulapitschi drehen wollen würden, wie würde Ihre Antwort ausfallen?

Man muss auf jeden Fall bedenken, dass die Flosse acht Kilo gewogen hat und die Perücke mit diesen sehr, sehr langen Haaren vier Kilo schwer war. Ich hatte also zwölf Kilo mehr an meinem Körper und dann noch im Wasser. Das war echt eine Herausforderung. Darüber hatte ich vorher nicht nachgedacht, sondern dachte nur: “Cool, ich werde eine Meerjungfrau.” (lacht) Wenn man einen kompletten Film über diese Figur machen würde, würde man bei der Inszenierung aber sicherlich Wege finden, dass man auch mal ohne Flosse ins Wasser kann, und dann würde ich es sofort machen. (lacht)

Von Thomas Kielhorn/RND