Weltweit gibt es verschiedene Pläne für die Feier des diesjährigen Jahreswechsels. Quelle: imago images/ITAR-TASS

London sagt Feuerwerk ab, New York lässt es online stattfinden: So sind die Silvesterpläne weltweit

London/Sydney/Berlin. Je weiter das Jahr vorangeht, desto näher rückt auch die Silvesterplanung. Doch die Corona-Krise wirft ihre Schatten bereits auf das Jahresende.

Londons Bürgermeister sagt Feuerwerk ab

In London hat Bürgermeister Sadiq Khan die Neujahrsfeier bereits abgesagt. Das Feuerwerk am Ufer der Themse wird in diesem Jahr nicht stattfinden. “Es wird an Silvester nicht so ein Feuerwerk geben wie in den vergangenen Jahren”, äußerte sich Khan gegenüber LBC. “Wir können es uns einfach nicht leisten, die Anzahl an Menschen zusammenkommen zu lassen, die sich normalerweise an Silvester ansammeln.” Es werde jedoch an einer Lösung gearbeitet, die die Menschen sicher von ihrem Wohnzimmer aus über den Fernseher genießen könnten.

New York feiert Silvester online

Auch die traditionelle Silvesterparty am New Yorker Times Square wird coronabedingt in diesem Jahr weitgehend ins Internet verlegt. Die Details müssten noch geklärt werden, teilten Bürgermeister Bill de Blasio und der Nachbarschaftsverband Times Square Alliance mit.

Klar sei aber schon, dass nur sehr wenige Menschen unter Einhaltung strenger Auflagen auf dem Platz im Zentrum Manhattans anwesend sein dürften. Weitere Elemente der Feier wie der sogenannte “ball drop”, bei dem um Mitternacht ein leuchtender Kristallball an einem Fahnenmast herabgesenkt wird, würden live übertragen.

Normalerweise kommen zu Silvester jedes Jahr rund eine Million Menschen auf den Times Square, die Party mit Jubel, Konfettiregen, Gesang und Konzerten prominenter Musiker gehört zu den größten Silvesterfeiern der Welt. Das Großereignis fand erstmals 1904 statt, als die Zeitung “New York Times” die Eröffnung ihres neuen Verlagshauses mit einem Silvesterfeuerwerk feierte.

Keine Silvesterparty an der Copacabana

Während New York online feiert, ist die Silvesterparty an der Copacabana abgesagt worden. Die Feier mit bis zu drei Millionen Besuchern in der Bucht von Rio de Janeiro könne in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden, berichteten Medien am Samstag unter Berufung auf die städtische Tourismusagentur Riotur.

Bürgermeister Marcelo Crivella werde bald einen Plan für den Jahreswechsel vorlegen. Denkbar sei beispielsweise eine virtuelle Feier. Die brasilianische Metropole Rio de Janeiro verschiebt wegen der Corona-Pandemie auch den weltberühmten Karneval.

Sydney kämpft um großes Silvesterfeuerwerk

Der Pandemie zum Trotz will Sydney das Feuerwerk in diesem Jahr in traditioneller Form abhalten. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, soll das Ganze mit sicherem Abstand geschehen.

Eine Absage wie in London befürworten die australischen Verantwortlichen nicht. “Ich denke, es ist wichtig für den Staat und die Nation”, zitierte die australische Zeitung “The Australian” den Schatzmeister New South Wales, Dominic Perrottet. Das Feuerwerk sei “ein Zeichen der Hoffnung” und das nicht nur für die Australier, sondern weltweit.

Sydneys Oberbürgermeisterin Clover Moore hingegen plädiert weiterhin auf die Absage des riesigen Events. “Wenn wir ein Ereignis wie dieses haben, könnte dies zu einer Massenverbreitung führen, wenn alle zusammenkommen. Wir können keine großen Menschenmengen bewältigen”, stellt Moore klar. Eine Absage gab es jedoch bisher nicht.

Wie “The Australian” weiterhin mitteilte, sind flexible Essensmöglichkeiten im Freien, die Einrichtung von Veranstaltungsorten im Freien inklusive Bühnen, die Verlängerung der Einzelhandelszeiten und flexiblere Transportmöglichkeiten geplant.

Keine Countdownparty in Tokios Shibuya

In Tokios Stadtbezirk Shibuya findet unter normalen Umständen jedes Jahr eine große Silvesterparty statt. Diese wurde nun für den kommenden Jahreswechsel aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagt, wie das Nachrichtenmagazin “Sumikai” berichtet.

Die Silvesterparty zieht normalerweise über 100.000 Menschen aus aller Welt an, die sich am Shibuya Crossing versammeln, um mit einem Countdown auf den umliegenden Großbildschirmen in das neue Jahr zu feiern. Darauf müssen die Einwohner und Gäste in diesem Jahr verzichten. Der Bezirk Shibuya hatte entschieden, dass es unmöglich wäre, ausreichende Coronavirus-Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.

Ein Blick nach Deutschland: Berlin plant Silvester mit Anmeldung

Wie Sydney hält auch Berlin an den Plänen für eine Silvesterfeier fest. Wie der Veranstalter, die Silvester in Berlin GmbH, mitteilte, werde es auch Publikum vor Ort geben. in diesem Jahr seien es jedoch deutlich weniger Menschen als in anderen Jahren.

Geplant ist, die Besucherzahlen mittels Anmeldungen zu regulieren. Wann und wo sich Besucher anmelden können und wie die Feier ablaufen wird, solle noch bekannt gegeben werden.

Silvester an Deutschlands Küste vielerorts abgesagt

Die Küstengemeinde St. Peter-Ording hat die Feierlichkeiten hingegen bereits abgesagt. Der Silvesterlauf und auch die Silvesterparty inklusive des Höhenfeuerwerks entfallen in diesem Jahr.

“Die Absage fällt uns nicht leicht, aber wir tragen die Verantwortung für unsere Besucher, und eine reibungslose Aufnahme der Kontaktdaten wäre nicht zu bewerkstelligen”, äußert sich Vanessa Greve, Teamleitung der Veranstaltungsabteilung der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording, zu der Absage auf der Homepage der Gemeinde.

Usedom plant alternatives Angebot

Auch das große Feuerwerk am Strand von Usedom wurde bereits abgesagt. Nach Informationen der Ostsee-Zeitung arbeiten die Kurverwaltungen derzeit an Konzepten, wie trotzdem ein wenig Programm auf die Beine gestellt werden könne.

Die Hansestadt Hamburg weist auf ihrer Internetseite nur auf die geltenden Corona Bestimmungen hin. Da dort seit dem 23. September und bis einschließlich 30. November die Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 gilt, könne vorerst nicht weiter geplant werden. Ähnliches verkündet auch die Stadt München. Dort musste man bereits auf das diesjährige Oktoberfest in traditioneller Form verzichten, zu den Silvesterplänen gibt es bisher noch keine Stellungnahme.

Sylt verzichtet auf große Feiern

Zum Jahreswechsel wird es auch auf Sylt keine großen Silvesterpartys geben. Bereits abgesagt sind die Open-Air-Party auf der Westerländer Promenade, die Lasershow in Wenningstedt und das Höhenfeuerwerk in Hörnum.

“In diesem Ausnahmejahr müssen wir alles dafür tun, dass die Tage rund um den Jahreswechsel für Sylter und Gäste so sicher wie möglich verlaufen”, fasst Moritz Luft, Geschäftsführer der Sylt Marketing Gesellschaft, die Entscheidung der Tourismus-Services in einer Pressemitteilung zusammen. Aktuell geprüft werde aber, ob vereinzelt kleinere Veranstaltungen unter strenger Einhaltung der Abstands- und Hygienemaßnahmen stattfinden dürfen.

Viele städtische Silvesterplanungen noch offen

Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei 16 Großstädten in der Bundesrepublik ergab, dass sich die meisten zum möglichen Ablauf für die Nacht zum Neujahrstag noch nicht festgelegt haben.

Mit Blick auf die Covid-19-Pandemie verwiesen die meisten Städte auf die von den Ländern erlassenen Corona-Regeln. Konkrete Corona-Silvesterpläne existieren bei den meisten deshalb noch nicht.

Von Luisa Wellenbrock/RND