Hübenthal ist in Quarantäne – es bleibt die Aussicht auf das Schloss Berlepsch. Quelle: picture alliance / imageBROKER

Ein ganzes Dorf muss in Quarantäne

Witzenhausen. Hübenthal ist wie ausgestorben, kein Mensch zu sehen. Das kleine nordhessische Dorf in Witzenhausen, das an die niedersächsische Gemeinde Friedland grenzt, steht komplett unter Quarantäne. Die Einwohner, 90 an der Zahl, müssen in ihren Häusern bleiben. Die meisten von ihnen leben dort auf zwei Höfen und seien nun in Quarantäne, bestätigt Witzenhausens Bürgermeister Daniel Herz (parteilos).

Eine private Feier auf dem Hof könnte die Ursache sein

Die vermutete Ursache der Infektionen: “Es muss dort eine private Feier auf dem größeren der Höfe stattgefunden haben”, so der Bürgermeister. Am Freitag gab es laut der Werra-Meißner-Kreisverwaltung 33 akute Covid-19-Infektionen in Witzenhausen, 30 davon in Hübenthal.

Der Infektionsherd in der kleinen Ortschaft ist am vergangenen Dienstag bekannt geworden. “Am Mittwoch bereits wurden wir von einem mobilen Team Witzenhäuser Ärzte auf Corona getestet”, sagt die Ortsvorsteherin in Hübenthal, Johanna von Canstein. “Es ist wirklich beeindruckend, wie schnell die Verwaltung reagiert hat.” Für die strenge Quarantäne hat sie großes Verständnis.

Freunde und Verwandte stellen Lebensmittel vor die Tür

“Zwei Infizierte sind im Krankenhaus, aber nicht auf der Intensivstation”, berichtet die Ortsvorsteherin. Sie hoffe, dass alle die Infektion ohne Schäden überstehen. Ihr eigenes Testergebnis liege bereits vor: “Ich bin negativ”, sagt sie.

Man stehe in Gesprächen mit den zuständigen Behörden. “Für uns Privatleute endet die Quarantäne nach zwei Wochen, nicht nach vier”, sagt sie. Die Versorgung mit Lebensmitteln sei derzeit gesichert, Freunde und Verwandte würden die Lieferungen vor die Türen stellen.

RND

Von Britta Bielefeld/RND