Montag , 26. Oktober 2020
Es herrscht Uneinigkeit, ob Kinder in Zeiten der Pandemie an Halloween von Haus zu Haus ziehen sollten. (Symbolbild) Quelle: Getty Images

Halloween in Corona-Zeiten: Experten raten zu Verzicht auf Feiern und Von-Tür-zu-Tür-ziehen

Lübeck. „Süßes, sonst gibt Saures“: Die bei Kindern beliebte Tradition, zu Halloween verkleidet von Tür zu Tür zu ziehen und Süßigkeiten einzufordern, wird wegen der Corona-Pandemie dieses Jahr vielfach kritisch gesehen. So rät unter anderem auch das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium nach Angaben eines Sprechers diesmal zu großer Zurückhaltung beim Von-Tür-zu-Tür-ziehen. Halloween wird immer am 31. Oktober gefeiert.

Die Kitas der Hansestadt Lübeck beispielsweise werden nach Angaben des stellvertretenden Stadtsprechers Hansjörg Wittern den Eltern empfehlen, auf die „Süßigkeitenjagd“ zu verzichten. Auch der Kieler Infektionsmediziner Helmut Fickenscher hatte jüngst davor gewarnt. Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen halte er es für riskant, wenn sich zu viele Menschen in engen Treppenhäusern tummelten, sagte er.

Viele Veranstaltungen schon abgesagt

Die Pressereferentin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Schleswig-Holstein, Julia Bousboa, sagte: „Wir raten den Eltern dringend, sich im Hinblick auf die steigenden Zahlen und die ohnehin schwierige Situation in Schulen und Kitas an die vorgeschriebenen Abstandsregeln zu halten und vor allem Gedränge in Treppenhäusern zu vermeiden.“ Die meisten Kindertagesstätten innerhalb ihres Verbandes hätten Veranstaltungen wie Laternenlaufen, Adventsbasteln und eben auch Halloween bereits abgesagt.

Das Fest Halloween geht auf keltisch-irische Traditionen zurück. Gefeiert wird es am 31. Oktober. Der Name leitet sich vom englischen Begriff „All Hallows‘ Eve“ (dt.: Vorabend von Allerheiligen) ab. Das katholische Fest Allerheiligen wird am 1. November begangen.

Landeselternvertretung: Nicht auch noch Halloween verbieten

Die Landeselternvertretung der Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein (LEV) hingegen kann die Diskussion um Halloween während der Pandemie nicht verstehen. „Wir befürworten das von Haus-zu-Haus-ziehen ausdrücklich. Es findet schließlich an frischer Luft statt und die Kinder bringen frische Energie tütenweise nach Hause“, sagte Axel Briege vom LEV-Vorstand. Die Kinder litten stark unter den pandemiebedingten Einschränkungen, da sollte man ihnen nicht auch noch Halloween verbieten, sagte er. „Das Fest beinhaltet alles, was Kindern Spaß macht und in den vergangenen Monaten teilweise zu kurz gekommen ist.“

RND/dpa