Regenbogenfahnen wehen auf der Demonstration (Symbolbild). Quelle: picture alliance / dpa

Angriff auf lesbisches Paar in Pinneberg: „Wir haben immer noch Angst“

Pinneberg. Nicole Eitel (38) und ihre Freundin Chantal Granitza (32) sind immer noch geschockt. Am Morgen des 11. Oktober ging das lesbische Paar nach einem Barbesuch durch Pinneberg. Nachdem sie sich an den Händen hielten, kamen drei Männer auf sie zu. „Sie haben uns beleidigt mit: ‚Scheiß Lesbe!‘. Wir haben uns dann gewehrt dementsprechend auch mit Wörtern und haben nur gesagt: ‚Was wollt ihr? Lasst uns in Ruhe!‘“, erzählt Granitza in einem Gespräch mit RTL. Danach haben die Unbekannten die beiden Frauen laut dem Bericht zusammengeschlagen.

Wer die drei Männer waren, ist demzufolge bis heute nicht bekannt. Passanten hätten auf die Hilferufe der Frauen nicht reagiert, erzählen sie. Wer Hinweise zu den drei etwa 25-jährigen Angreifern geben kann, solle sich bei der Polizei melden. Derweil sitzt der Schock bei den beiden immer noch tief. „Jedes Mal, wenn wir unterwegs sind, haben wir immer noch Angst, wenn wir Leute sehen: Könnten die das gewesen sein? Also wir gucken schon immer rum und haben Angst, dass sie uns auffinden“, sagt Eitel gegenüber RTL.

Demonstration in Pinneberg

Das Paar möchte seine Liebe trotzdem weiterhin öffentlich zeigen – aus Pinneberg erhalten sie dafür große Unterstützung. Unter der Schirmherrschaft der parteilosen Bürgermeisterin Ute Steinberg zogen am Samstag 150 Menschen durch die Straßen. Bei der Demonstration namens „PinnePride“ wollten sie ein Zeichen für sexuelle Vielfalt, sowie Gleichberechtigung und gegen Homophobie setzen.

RND/nis