Boris Becker vor dem Gericht in London. Quelle: Getty Images

„Nicht schuldig“: Boris Becker wehrt sich vor Londoner Gericht gegen Vorwürfe

London. Der frühere Tennisprofi Boris Becker hat sich vor einem Londoner Gericht gegen die Vorwürfe der britischen Insolvenzbehörde gewehrt, Angaben zu Bankkonten und Immobilien unterschlagen zu haben. Er plädiere auf „nicht schuldig“, sagte Becker am Donnerstag in London zu allen 28 Anklagepunkten.

Die Behörde wirft Becker vor, während und nach seinem Insolvenzverfahren Bankkonten und Immobilien im großen Stil verheimlicht zu haben. „Dieser Fall handelt davon, dass große Mengen an Geld versteckt wurden“, sagte die zuständige Anwältin. Dem 52-Jährigen drohen bei einer Verurteilung bis zu sieben Jahre Haft.

Prozessbeginn im September 2021

„Er ist völlig unschuldig und beabsichtigt, sich zu gegebener Zeit vor Gericht zu verteidigen“, sagte Beckers Sprecher Aaron Stephans nach der Anhörung. Bei dem Gerichtstermin ging es zunächst um prozessuale Details – erst am 13. September kommenden Jahres soll in London der eigentliche Prozess beginnen. Bis dahin muss Becker sich weiterhin vor Reisen bei der Insolvenzbehörde melden und seinen Reisepass bei Anwälten hinterlegen. Einen Antrag, diese Auflagen zu lockern, lehnte das Gericht ab.

Insolvenzauflagen von Boris Becker um zwölf Jahre verlängert

Becker war 2017 von einem britischen Gericht für zahlungsunfähig erklärt worden. Eigentlich können Insolvenzverfahren in dem Land bereits nach einem Jahr abgeschlossen werden. Im vergangenen Jahr waren die Insolvenzauflagen gegen Becker jedoch bereits um zwölf Jahre verlängert worden, weil er Transaktionen aus der Zeit vor und nach dem Verfahren nicht ordnungsgemäß gemeldet haben soll.

Heute ist Becker anerkannter TV-Experte für Eurosport oder die britische BBC. Er ist Chef der Herren-Abteilung im Deutschen Tennis Bund und wurde jüngst von Alexander Zverev & Co. zum Teamchef für einen neuen Wettbewerb auserkoren. Für seine Analysen während der zweiwöchigen French Open wurde er zuletzt wieder mit Lob überhäuft. Eurosport verlängerte die Zusammenarbeit bis 2023. Als Becker am vergangenen Mittwoch bei einem Besuch im Golf-Park Dessau zwei Stunden lang über sein Leben plauderte, zog er auch dort das zahlende Publikum mit Anekdoten, Witz und Selbstironie in seinen Bann.

RND/dpa