Moderatorin Dany Michalski mit ihrem an Alzheimer erkrankten Vater Bruno. Quelle: imago images/Future Image

„Geht an die Substanz“: TV-Moderatorin Dany Michalski pflegt ihren an Alzheimer erkrankten Vater

Vor zweieinhalb Jahren wurde beim Vater von Model und TV-Moderatorin Dany Michalski Alzheimer diagnostiziert. Weil der Verlauf der Krankheit immer schlimmer wurde, holte sie den 82-Jährigen zu sich ins Haus. „Seine Lebensgefährtin wollte ihn in ein Demenzheim stecken. Das war gerade am Anfang der Corona-Pandemie“, sagt Michalski zum RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Deshalb habe ich die Reißleine gezogen und bin mit ihm in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zu mir nach Hause gefahren.“

Anfangs schlief Senior Bruno noch im selben Bett seiner Tochter. „Das war für uns beide natürlich eine riesige Umstellung, weil er alle zwei Stunden aufsteht und umherwandert.“ Mittlerweile hat die Moderatorin ihren Keller ausgebaut. „Ich habe die Wände isoliert, Infrarotheizungen eingebaut, Teppich verlegt und ihm einen Fernseher und ein Radio angeschlossen. Da hat er jetzt sein eigenes Reich und kann machen, was er möchte.“

Rundumpflege geht an die Substanz

Morgens nach dem Aufstehen schaut Michalski als Erstes nach ihrem Vater, bevor sie zur Arbeit fährt. Nach dem gemeinsamen Abendessen gesellt sie sich oft noch zu ihrem Vater, um den Tag mit ihm Revue passieren zu lassen. „Früher hatte ich nur sehr wenig Kontakt zu ihm, weil er ein erfolgreicher Geschäftsmann war und nicht so der Familienmensch. Er stammt aus dieser Generation der Kriegskinder, die eher hart sind und nicht so viel Liebe geben können. Jetzt bekommt er die Liebe von mir, die er mir früher nicht geben konnte. Es ist also praktisch eine Therapie für ihn und für mich.“

„Im Moment läuft es ganz gut, aber wir hatten eine Zeit, in der es arg stressig war. Aber das geht natürlich an die Substanz.“ Michalski hat sich erst mal ein Jahr gesetzt, in dem sie schauen will, ob die Pflege klappt oder ihr zu viel wird. „Die ersten sechs Monate sind jetzt rum. Man muss schauen, wie der Krankheitsverlauf ist. Irgendwann kann ich es vielleicht nicht mehr selber hinkriegen.“

 

Von Thomas Kielhorn/RND