Ein Teelicht leuchtet in einem ausgehöhlten Kürbis. Quelle: picture alliance / David Inderli

So eingeschränkt feiern andere Länder Halloween

Der schreckliche Spaß hat ein Ende. Zumindest in vielen Ländern. Aufgrund steigender Corona-Infektionszahlen werden Gruselfans am Halloween-Wochenende auf Partys und Besuche bei der Nachbarschaft verzichten müssen. In einigen Ländern gibt es wegen der Ausgangssperre sowieso keine andere Möglichkeit, als zu Hause zu bleiben. In den USA – dort, wo besonders gern Halloween gefeiert wird – ist das ein bisschen anders:

USA: Im Land des Halloweens will man nicht ganz auf den Gruseleffekt verzichten. Trotz rasant steigender Infektionszahlen macht es der US-Präsident mal wieder vor und hat schon mal das Weiße Haus üppig im Kürbis-Look schmücken lassen. Dazu empfingen er und First Lady Melania bereits am Sonntag verkleidete Kinder. Statt wie sonst üblich den kleinen Monstern persönlich Süßigkeiten in ihre Tüten zu legen, musste sie sich ihre Bonbons einfach selbst nehmen. Das Präsidentenpaar hielt Abstand, allerdings ohne eine Maske zu tragen.

Die hierzulande bekannteste Halloween-Party von Heidi Klum hingegen fällt wegen der Pandemie ganz aus. Trotz allem sind derartige Veranstaltungen nicht grundsätzlich verboten. Auch hier kommt es auf die einzelnen Bundesstaaten an. Gruselfans dürfen beispielsweise in New York von Haus zu Haus ziehen und Süßigkeiten einsammeln. „Ich würde ,Süsses oder Saures’ nicht verbieten, das wäre nicht angebracht“, sagte Gouverneur Andrew Cuomo dem Lokalsender News 12 vor ein paar Tagen.

Italien: Hier ist an vielen Orten Schluss mit lustig: So wird es in der italienischen Region Campania mit der Hauptstadt Neapel eine Ausgangssperre für das Halloween-Wochenende geben. Ohnehin hält der Gouverneur Vincenzo De Luca offenbar nicht viel von dem Gruselspektakel: Halloween sei eine „große amerikanische Dummheit“ und ein „Denkmal der Schwachsinnigkeit“, sagte er in einem Video.

Belgien: In Belgien hat die Regierung ebenfalls eine nächtliche Ausgangssperre verfügt, ebenso wie die Schließung von Kneipen und Restaurants und strikte Kontaktbeschränkungen. Kinder dürfen an Halloween ausdrücklich nicht von Tür zu Tür ziehen. Auch im größten Freizeitpark des Landes, dem Walibi Belgium, fällt das sonst große Halloween-Event komplett ins Wasser, der Park ist geschlossen und öffnet voraussichtlich erst wieder im kommenden Jahr.

Irland: Das Land ist die Geburtsstätte von Halloween. Hier gibt es meist große Paraden und viele Feiern. Zusätzlich spielen die Iren ein besonderes Kartenspiel, bei dem Kinder sich für eine Karte entscheiden und dann den Preis erhalten, der sich hinter dieser versteckt. Doch in diesem Jahr ist alles anders – das Land befindet sich in seinem zweiten Lockdown.

Frankreich: In Frankreich gilt eine nächtliche Ausgangssperre für rund zwei Drittel der Einwohner des Landes, also rund 46 Millionen Menschen. Gleichzeitig gilt der Gesundheitsnotstand. Damit fallen Halloween-Partys aus.

Österreich: In Österreich steht ein zweiter Lockdown zur Debatte. Und schon am Freitag mahnte der Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) die Bürger in mehreren Interviews zur Vorsicht. „Wenn es irgendwie geht, bleiben Sie zu Hause“, appellierte er – insbesondere hinsichtlich Halloween. „Da geht oft die Post ab“, stellte Anschober fest, und sagte, dass man keinen Platz in den Kliniken dafür habe, dass es durch spezifische Feiern mit Promillegehalt weitere Fälle gebe.

Spanien: In Spanien ist die Corona-Situation nach wie vor kritisch, insbesondere in der Hauptstadtregion Madrid sowie in der autonomen Region Katalonien mit der Metropole Barcelona. Die Menschen sind angehalten, ihre Wohnungen nur noch aus dringenden Gründen zu verlassen. Da versteht es sich von selbst, dass niemand von Haustür zu Haustür spaziert und Süßes oder Saures verlangt.

Australien: In den vergangenen Jahren ist Halloween in Australien immer beliebter geworden. Bislang gibt es in den einzelnen Bundesstaaten strenge Auflagen für die Halloween-Veranstaltungen. In Melbourne hört der Spaß vermutlich ganz auf, auch wenn der Lockdown jetzt beendet wurde. „Wir werden näher an der Zeit mehr dazu zu sagen haben, aber nach den derzeitigen Beschränkungen wäre Süßes oder Saures in der Metropole Melbourne nicht erlaubt“, sagte ein Sprecher des viktorianischen Ministeriums für Gesundheit und menschliche Dienste (DHSS).

 

Von Heike Manssen/RND