Der Mann wollte nur in Unterhose und mit Schutzmaske einkaufen gehen. Quelle: dpa

Waliser protestiert gegen Lockdownregeln und geht in Unterhose einkaufen

Schokolade, Alkohol und Tabak sind überlebensnotwendig – Kleidung und Bücher allerdings nicht. Das finden Chris und Dawn Noden gar nicht gut. Und aus Protest gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen in Wales griffen sie zu einem lustigen Mittel: Chris Noden zog sich bis auf Unterhose und Schutzmaske aus und betrat so einen Supermarkt in Newport im Süden von Wales. Seine Ehefrau Dawn hielt das ganze filmisch fest. Das Video wurde von der zeitung „The Independent” veröffentlicht.

Der Sicherheitsdienst des Supermarktes hält den Mann noch am Eingang fest, während seine Frau versucht zu argumentieren, dass es sich bei Kleidung um “non-essential goods”, also nicht wichtiger Ware, handele. “Kleidung ist notwendig, also lasst ihn rein”, sagte sie zu dem Sicherheitsdienst. Der hingegen entgegnet: "Er ist nicht angemessen gekleidet. Ihr müsst das mit unserer Regierung klären, nicht mit uns.” Dawn Noden fragt daraufhin: “Kleidung ist also für den Alltag unerlässlich?” – der Sicherheitsmann kann nur mit “Natürlich” antworten.

Lockdown in Wales: Petition gegen Verkaufsverbot hat 60.000 Unterzeichner

In Wales gilt seit Freitag, 18 Uhr, ein 17-tägiger Lockdown, nur lebensnotwendige Waren dürfen noch verkauft werden. Lebensmittelläden mussten also den Verkauf von Kleidung, Elektrogeräten und Büchern einstellen, Alkohol und Tabak sind hingegen weiter frei verkäuflich. Nicht nur Chris und Dawn Noden finden diese Regelung zur Eindämmung des Coronavirus gar nicht gut: Eine Petition zur sofortigen Aufhebung des Verkaufsverbots hatte bis Montagmorgen 60.000 Unterschriften.

Am Montag kommen deshalb Politiker und Vertreter von Supermärkten zusammen, um über das Verbot erneut zu diskutieren. Der walisische Premierminister Mark Drakeford sagte am Sonntag, dass die Supermärkte Ermessensspielraum hätten. Aber: „Ich werde – glaube ich – in diesen zwei Wochen keine Kleidung kaufen müssen, und ich denke, viele, viele Menschen in Wales werden sich auch in dieser Lage befinden.” Er räumte aber ein, dass es Situationen und Lebenslagen geben könnte, in denen der Kleidungskauf doch essenziell würde.

RND/msk