Vielerorts in Deutschland darf am Wochenende zum letzten Mal vor dem Lockdown gefeiert werden. Quelle: Guido Kirchner/dpa

Wochenende vor Teil-Lockdown: Partys zu Halloween in mehreren Städten – Polizei alarmiert

Köln/Düsseldorf. “Corona Update”, schreibt die Kneipe Dax Bierbörse in Hannover auf Facebook. Da die Sperrstunde vor Gericht gekippt wurde, wird Freitag auf Samstag sowie Samstag auf Sonntag “die ganze Nacht” geöffnet sein. Es gibt Freibier und bis zu 50 Prozent Rabatt auf alle Getränke, bevor die Bar am Montag für voraussichtlich einen Monat schließen muss.

Die Dax Bierbörse ist nicht die einzige Lokalität, die am Wochenende vor dem am 2. November startenden Teil-Lockdown noch einmal auf den großen Gewinn hofft, bevor der lange November anbricht. Auch der Techno-Club Der Weiße Hase in Berlin lädt zur vorerst letzten Party vor dem Teil-Lockdown - mit Open End. Rund 600 Menschen trugen sich auf Facebook als interessiert ein, obwohl ab 23 Uhr kein Alkohol mehr verkauft werden darf.

Deutschland vor dem Lockdown: “Wir können nochmal die ganze Nacht trinken”

Im Hi Life in Stuttgart sind gar drei Halloween-Partys angesetzt gewesen, eine am Donnerstag, eine am Freitag, eine am Samstag. Die Kneipe Buddys in Uelzen lädt zum “Lockdown-Wochenende” ein und hat Samstag auf Sonntag gar 28 Stunden durchgehend geöffnet. Auch in Alt-Sachsenhausen, dem Ausgeh-Viertel in Frankfurt, freut man sich über die gekippte Sperrstunde: “Heute und morgen können wir vor dem zweiten Lockdown nochmal die ganze Nacht zusammen trinken”, schreibt der Club Klapper 33 auf Facebook. Die Betreiber weisen extra daraufhin, dass draußen ab 23 Uhr ein Alkoholverbot gelte - “aber nicht in den Kneipen!”

Kirsten Jordan, Geschäftsführerin des Gaststätten-Verbandes Dehoga in Hannover, sagte der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung”, dass die gerichtliche Kippung der Sperrstunde zur “Unzeit" komme, "wenn am Montag ohnehin alle schließen müssen”. Sie appellierte an alle Gastronomen, an den Hygienekonzepten festzuhalten.

Polizei und Ordnungsamt kündigen verstärkte Präsenz an

Drohen Deutschland nun also Bilder wie aus London, Liverpool oder Den Haag, ehe die Corona-Regeln in den Städten verschärft wurden? Dort feierten Hunderte und Tausende junger Menschen noch einmal gemeinsam vor dem Lockdown, teilweise ohne Einhaltung von Maskenpflicht und Sicherheitsabstand.

Polizei und Ordnungsamt in Nordrhein-Westfalen kündigten bereits verstärkte Präsenz und mehr Kontrollen an. „Am Wochenende werden vermehrt Schwerpunktkontrollen stattfinden, um zu schauen, ob die Regeln der Corona-Schutzverordnung eingehalten werden“, sagte ein Sprecher der Stadt Dortmund.

Ohnehin ist das Feiern nicht mehr überall im Land erlaubt. In Nordrhein-Westfalen und damit auch in Großstädten wie Köln, Dortmund oder Bonn, gilt ab 23 Uhr die Sperrstunde. Auch vielerorts in Bayern wie in München oder Augsburg haben Bars und Kneipen entweder nur bis 23 Uhr oder gar nicht mehr auf.

RND/msk/mit dpa