Von Goldenem Oktober war in diesem Jahr nicht viel zu merken. Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa

Wetterbilanz: Oktober war zu nass, bewölkt und warm

Offenbach. Der Oktober war nach einer Bilanz des Deutschen Wetterdiensts (DWD) zu warm, zu nass und zu bewölkt. Mit einem bundesweiten Schnitt von 10,2 Grad lag der Monat 1,2 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990, wie der DWD am Freitag in Offenbach nach ersten Auswertungen mitteilte. Mit mehr als 75 Litern pro Quadratmeter überschritt der Oktober sein Soll von 56 Litern deutlich. Zugleich blieb die Sonnenscheindauer mit fast 70 Stunden deutlich unter dem vieljährigen Mittel von 109 Stunden.

Bei den Temperaturen ging es auf und ab. Zu Beginn war es ungewöhnlich mild, unter Föhneinfluss wurde am 3. Oktober in Kiefersfelden-Gach (Landkreis Rosenheim) mit 24,6 Grad die deutschlandweit höchste Temperatur gemessen. Dann sanken die Temperaturen bis zu leichtem Nachtfrost. Oberstdorf meldete mit minus 4,4 Grad am 14. Oktober den bundesweit tiefsten Wert. Zu Monatsende drehte sich der Trend, teilweise wurde die 20-Grad-Marke überschritten.

Am wenigsten Sonnenschein im Westen

Die höchste Tagessumme bei den Niederschlägen erreichte die Station Wernigerode-Schierke im Landkreis Harz mit 64,4 Litern am 14. Oktober. Mehr als 200 Liter pro Quadratmeter prasselten im gesamten Monat auf den Südschwarzwald und den Harz nieder. Andernorts waren es nur um die 30 Liter, so stellenweise im Hunsrück sowie in der Eifel und der Rhön und an der Ostseeküste.

Den wenigsten Sonnenschein bekam der Westen ab, hier schien die Sonne so selten wie seit 1998 nicht mehr, wie der DWD erklärte. In den dortigen Mittelgebirgen kamen örtlich im gesamten Monat keine 40 Stunden zusammen. An den Küsten sowie im Alpenvorland sah es mit rund 100 Stunden deutlich besser aus. Insgesamt landete der Oktober auf dem fünften Platz der Monate mit dem wenigsten Sonnenschein seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1951, bilanzierte der Wetterdienst.

RND/dpa