Michael Mittermeier bei der Verleihung des 24. Deutschen Comedypreises 2020 in Brainpool TV Studio Köln-Mülheim. Quelle: imago images/Future Image

Michael Mittermeier: Lockdown bedeutete für mich Lachdown

Am 2. November kommt es wieder zu deutlichen Einschränkungen für das öffentliche Leben. In Deutschland treten einschneidende Maßnahmen wegen steigender Corona-Infektionszahlen in Kraft, die bis Monatsende gelten sollen.

Bereits der erste Lockdown bedeutete für viele Menschen schwere Opfer. Auch Comedian Michael Mittermeier litt unter den damaligen Einschränkungen im Frühjahr. „Lockdown bedeutete für mich Lachdown. Mir kam das vor, als ob ein guter Freund plötzlich weg wäre. Auftritte sind mehr als ein Job für mich, sie sind ein Teil von mir“, sagte der 54-Jährige dem „Spiegel“.

Künstler „darben dahin, fallen komplett durchs Raster“

Er sei zwölf Wochen und vier Tage ohne Auftritt gewesen. So lange wie nie zuvor in 34 Jahren als Komiker. Die existenzbedrohende Krise für viele Kulturschaffende durch Corona-Maßnahmen sieht er kritisch. Er selbst brauche keine Hilfe, um durchzukommen.

Aber Zehntausende junge, unbekannte Komiker, Künstler, Musiker schon. „Sie darben dahin, sie fallen komplett durchs Raster. Ich glaube nicht, dass in einem Jahr wieder eine normale Tour in vollen Sälen stattfinden kann. Das ist eine lange Zeit, Freunde!“, so Mittermeier gegenüber dem Nachrichtenmagazin.

Mittermeier lässt sich nicht von Verschwörungstheoretikern einschüchtern

Wenn es nun einen erneuten Lockdown gebe, würden einige Künstler endgültig aufgeben. Die Politik müsse sich jetzt etwas einfallen lassen, sonst könnte es bald zu spät sein und zum Beispiel Musiker nicht wieder in ihre alten Jobs zurückkehren.

Der Komiker sprach außerdem über Corona-Demos, auf denen Menschen das Virus als solches in Frage stellen. „Der Comedian in mir sagt Danke. So leichte Beute kriegst du sonst nur im Streichelzoo“, äußert sich der 54-Jährige im „Spiegel“. Allerdings wäre das Problem, dass Verschwörungstheoretiker keinen Humor hätten und sofort durchdrehen würden.

Entmutigen lassen möchte er sich allerdings nicht: Auch wenn Corona-Leugner ihn in Hunderten Hasskommentaren diffamieren würden, könnten sie ihn dadurch nicht zum Aufhören bewegen.

RND/ak