Einzelhändler in den USA befürchten Unruhen am Wahlabend. (Archivbild) Quelle: imago images/ZUMA Wire

US-Einzelhändler wappnen sich für mögliche Unruhen nach Wahl

New York. Etliche US-Einzelhändler haben aus Sorge vor Unruhen bei der Präsidentschaftswahl Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Vor allem in Chicago, New York und Washington hätten mehr als 600 Läden veranlasst, dass vor dem Wahltag am kommenden Dienstag Schaufenster mit Brettern vernagelt oder ähnliche Schritte ergriffen würden, gab der Dienstleister ServiceChannel am Freitag (Ortszeit) bekannt.

Die Firma vernetzt Einzelhändler mit Auftragnehmern, die solche Arbeiten übernehmen. Gebrauch von den Schutzmaßnahmen wollen Unternehmen wie Nordstrom, Tiffany und Saks Fifth Avenue machen. Sie planen auch, zusätzliches Sicherheitspersonal einzustellen.

Nicht zu früh zunageln

Viele US-Einzelhändler sehen sich in einem Wahljahr zum Handeln gezwungen, das schon von massiven, teils gewaltsamen Protesten gegen soziale Ungerechtigkeit geprägt war. Die National Retail Federation (NRF), der weltweit größte Einzelhandelsverband, teilte mit, dass sie Berater zu Mitgliedern entsandt und Plattformen geschaffen habe, um Sicherheitsstrategien zu erörtern.

Zugleich wies die NRF-Rechtsberaterin Stephanie Martz darauf hin, dass die Geschäfte sich auf einem schmalen Grat bewegten. Denn wenn sie ihre Fenster früh vernagelten, stehe die Frage im Raum, ob die Wahrscheinlichkeit von Gewalt in der Gegend dadurch noch erhöht werde. Sie selbst glaube aber, dass zugenagelte Schaufenster eher abschreckend auf potenzielle Randalierer wirkten.

RND/AP