Samstag , 3. Dezember 2022
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Ein Lehrer in Berlin soll das Coronavirus geleugnet haben (Symbolbild). Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Lehrer leugnet Corona im Unterricht: „Maske ist modernes Hakenkreuz“

Berlin. Ein Lehrer soll in seinem Unterricht in einer Berliner Schule das Coronavirus geleugnet haben. Auch bei Youtube verbreitet er Verschwörungstheorien und behauptet unter anderem, Masken seien schädlich. Nun hat die Schulaufsicht nach Informationen des RBB eine „dienstrechtliche Prüfung“ eingeleitet.

Äußerungen auf Telegram, Youtube und im Unterricht

Der Lehrer soll sich mehrfach im Unterricht zum Lockdown geäußert haben, wie Schüler laut RBB berichten. Er soll auch eine Chatgruppe für die Klasse eingerichtet und dort Verschwörungstheorien und „politische Links“ verbreitet haben. Später soll er seine Schüler zu einem Telegram-Kanal eingeladen haben. Mehrere Schüler informierten laut dem RBB in Briefen und Mails die Schulleitung. Außerdem sollen Beschwerden bei der Schulaufsicht der Berliner Senatsverwaltung vorliegen.

Der Lehrer betreibt darüber hinaus einen Youtube-Kanal, in dem er sich zu Beginn der Videos mit seinem Namen und als „Lehrer aus Berlin“ vorstellt. In einem der Clips sagt er laut RBB: „Es gibt hier weit und breit kein Virus. Vor was wollen Sie sich schützen“, dann nennt er die Maske ein „modernes Hakenkreuz“. In einem anderen Video, das weiter abrufbar ist, behauptet er, dass Masken „gegen gar nichts helfen“ würden und sogar „schädlich“ seien.

Gegenüber dem RBB wollte der Lehrer zu den Vorwürfen nicht Stellung nehmen.

„Grundlagen unseres demokratischen Rechtstaats“

Auch die Schulleitung sagte gegenüber dem RBB, sie wolle sich nicht zu „Personalangelegenheiten“ äußern, es sei aber „zu klären, inwiefern Äußerungen einer Lehrkraft außerhalb des Schulbetriebs vom Grundrecht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sind, oder ob hier schon die Grenze des Hinnehmbaren überschritten ist“.

Der Berliner Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) äußerte sich kritisch gegenüber dem RBB. GEW-Geschäftsführer Markus Hanisch sagte, dass „sich Lehrkräfte durch ihr gesamtes Verhalten zu den Grundlagen unseres demokratischen Rechtsstaats bekennen“ müssten. Dies gelte auch außerhalb des Dienstes. „Das Betreiben und Bewerben eines Youtube-Kanals mit Verwendung des eigenen Namens lässt sich nur schwer als private Meinungsäußerung erklären“, so Hanisch.

RND/am