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Ein Gefangenentransporter der Justiz Schleswig-Holstein mit Kieler Kennzeichen verlässt einen Hinterhof des Landgerichtes Braunschweig. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Verdächtiger im Fall Maddie bei Zwischenfall in Braunschweig verletzt

Braunschweig. Der Verdächtige im Fall Maddie, Christian B., ist am Montag vor einem Anhörungstermin im Landgericht Braunschweig verletzt worden, wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wurde der 43-Jährige nach dem Zwischenfall in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei bestätigte auf Nachfrage einen Einsatz im Landgericht, ohne aber weitere Details zu nennen.

Gegenüber dem „NDR“ sagte der Anwalt von Christian B., Friedrich Fülscher, dass sich sein Mandant zwei Rippen gebrochen habe. Er selbst sei in einen sehr lautstarken Disput mit dem Personal des Gerichts verwickelt gewesen und müsse diese „üble Sache“ erst einmal sacken lassen, sagte Fülscher dem NDR. Genauere Angaben machte er nicht. Eine Gerichtssprecherin sagte dem NDR, der Anwalt habe Strafanzeige wegen Körperverletzung im Amt gestellt.

B. war am Montag aus dem Kieler Gefängnis ins Landgericht Braunschweig gebracht worden. Es gehe um eine Anhörung bei der Strafvollstreckungskammer, sagte die Gerichtssprecherin. Bei dem Termin handelte es sich ihr zufolge um eine nicht-öffentliche Sitzung.

Aktuelle Haftstrafe endet am 7. Januar

Nach Angaben des Gerichts geht es bei der Anhörung um eine mögliche Aussetzung einer Reststrafe auf Bewährung. Die aktuelle Gefängnisstrafe in Kiel wegen Drogenhandels endet am 7. Januar. Sollte es eine positive Entscheidung für den 43-Jährigen geben, wird nicht mit einer Freilassung gerechnet. In diesem Fall dürfte nach Einschätzung der Gerichtssprecherin eine Untersuchungshaft in einem Vergewaltigungsfall greifen.

Der Mann soll im Jahr 2005 - rund anderthalb Jahre vor dem Verschwinden der Britin Madeleine McCann - im portugiesischen Praia da Luz eine 72-Jährige vergewaltigt haben. Gegen das Braunschweiger Urteil vom Dezember 2019 zu sieben Jahren Haft hat der 43-Jährige Revision eingelegt, eine Entscheidung der BGH-Richter dazu ist noch nicht bekannt.

Fall sorgt weltweit für Aufsehen

Anfang Juni hatten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Staatsanwaltschaft Braunschweig gemeinsam mitgeteilt, dass sie im Fall der vermissten Britin Madeleine McCann gegen einen mehrfach vorbestraften Sexualstraftäter wegen Mordverdachts ermitteln. Das Mädchen war vor mehr als 13 Jahren kurz vor ihrem vierten Geburtstag in einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz verschwunden - der Fall sorgt bis heute weltweit für Aufsehen.

RND/dpa/nis