Königin Silvia von Schweden. (Archivbild)

Königin Silvia „adelt“ Krankenhaus St. Carolus Görlitz

Görlitz. Das Malteser Krankenhaus St. Carolus Görlitz ist als erste Klinik in Deutschland vollständig auf die Bedürfnisse von Demenzkranken eingestellt. Nach Umgestaltung und Ausbildung aller 260 Mitarbeiter wurde es am Montag von der Silviahemmet-Stiftung (Schweden) zertifiziert. „Das ist ein Tag, auf den ich mich schon lange gefreut habe“, sagte Gründerin Königin Silvia von Schweden bei der coronabedingt virtuellen Verleihung. Es sei eine Ehre, bei der Einweihung „des allerersten Krankenhauses“ zu sein, das auf den Umgang mit auch an Demenz erkrankten Patienten ausgerichtet sei. Seit 1996 wurde das Gütesiegel bisher nur an einzelne Einheiten in Schweden, Brasilien und Polen vergeben.

Die Königin zeigte sich beeindruckt, dass das Pilotprojekt für die bessere Betreuung von Demenzkranken trotz der besonderen Belastungen des Gesundheitssystems in der Pandemie gestemmt wurde. „Das zeugt von einem beeindruckenden Engagement und einer Sorge um das Wohl der Patienten.“ Sie lobte die erfolgreiche Zusammenarbeit beider Länder, für die die Demenz älterer Menschen gleichermaßen Herausforderung sei. Wissen über den Umgang mit den kognitiv eingeschränkten Patienten, die Situation ihrer Angehörigen und die richtige Behandlung „können tatsächlich etwas bewirken.“

Umgebaut für 750.000 Euro

Das St. Carolus wurde für rund 750.000 Euro auch umgebaut, den Großteil finanzierte der Freistaat. Auch Corona zeige, dass es neben guten Impfstoffen, Medikamenten und Ausstattung darum gehe, „einen Umgang mit dieser Krankheit zu finden, die große Teile der Bevölkerung betrifft“, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Er hoffe, dass das Beispiel Görlitz Schule mache.

Im St. Carolus helfen Klinikbegleiter bei Orientierung und im Krankenhausalltag, Stationen und Schilder sind farblich, die Zimmer per Fotos zu unterscheiden, Lichtschalter, Haltegriffe und Toilettendeckel leuchtend rot - und jeder Mitarbeiter versteht, was ein Mensch mit Demenzerkrankung auf Station erlebt.

RND/dpa