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Städtisches Gesundheitspersonal protestiert während einer Kundgebung. Quelle: Debarchan Chatterjee/ZUMA Wire/d

Heilpraktiker dürfen in Indien künftig operieren: Zehntausende Ärzte protestieren dagegen

Neu Delhi. In Indien haben Zehntausende Ärzte gegen die Entscheidung ihrer Regierung protestiert, künftig auch Ayurveda-Heilpraktikern gewisse chirurgische Operationen zu erlauben. Darunter fallen etwa Hauttransplantationen, Operationen der Augenkrankheit Grüner Star, die Entfernung gutartiger Tumore und Zahnwurzelbehandlungen.

An mehr als 10.000 Krankenhäusern und Kliniken hätten Ärzte, die ambulante Patienten betreuen, ihre Arbeit am Freitag teilweise oder ganz niedergelegt, sagte ein Sprecher der indischen Ärztevereinigung (IMA). Notfall- sowie Intensivmedizin und Corona-Abteilungen seien nicht vom Streik betroffen gewesen. In einer Zeitungsanzeige schrieb die Ärztevereinigung: „Wir sind für Indien eingestanden, verloren 700 Ärzte wegen Covid. Jetzt seid ihr dran, die moderne Medizin vor der Mixopathie zu retten.“

Regierung setzt sich für Förderung alternativer Heilkunde ein

Ayurveda ist in Indien eine traditionelle und auch heute noch beliebte Heilkunde, bei der unter anderem pflanzliche Präparate und Massagen eingesetzt werden. Die hindu-nationalistische Regierung unter Premierminister Narendra Modi hat sich für die Förderung alternativer Heilkunde eingesetzt. Nach seinem Regierungsantritt im Jahr 2014 wurde ein Ministerium unter anderem für Ayurveda, Yoga, Naturheilkunde und Homöopathie gegründet.

RND/dpa