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Hunderte Albaner haben in Tirana bei Protesten den Rücktritt des Ministerpräsidenten gefordert, nachdem Polizisten einen 25-Jährigen erschossen hatten, der gegen eine Corona-bedingte Ausgangssperre verstoßen hatte. Quelle: Hektor Pustina/AP/dpa

Proteste in Albanien nach tödlichen Polizeischüssen halten an

Tirana. Nach dem Tod eines Mannes durch Polizeischüsse hat es in Albanien den fünften Tag in Folge Proteste gegeben. Demonstranten zogen am Sonntag durch die Hauptstadt Tirana zum Sitz des Ministerpräsidenten Edi Rama und forderten Gerechtigkeit.

Der 25-Jährige war im Zusammenhang mit der Durchsetzung von Corona-Ausgangsbeschränkungen am frühen Dienstag erschossen worden. Laut Polizei war er außerhalb der Sperrstunden unterwegs und ignorierte die Rufe der Einsatzkräfte, anzuhalten. Stattdessen sei er weggerannt. Ein Polizist befindet sich nach dem Vorfall in Untersuchungshaft.

Der Innenminister Sander Lleshaj war am Donnerstag zurückgetreten. Ministerpräsident Edi Rama entschuldigte sich in einer Fernsehansprache bei den Hinterbliebenen. Das Geschehen sei unerklärlich und bar jeder Vernunft passiert.

RND/AP