Seit Anfang Januar haben sich in den beiden Krankenhäusern 54 Mitarbeiter und 52 Patienten nachweislich mit dem Virus infiziert. (Symbolbild) Quelle: Oliver Berg/dpa

Corona-Ausbruch in Klinikum in Nordfriesland: 1500 Menschen in Quarantäne

Husum. In Nordfriesland ist es in den zusammengehörenden Krankenhäusern in Husum und Niebüll zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Seit Anfang Januar haben sich 54 Mitarbeiter und 52 Patienten nachweislich mit dem Virus infiziert, berichten die „Kieler Nachrichten“ (KN). Nun müssen insgesamt 1500 Menschen in Quarantäne. Dazu gehörten sowohl bereits wieder entlassene Patienten als auch solche, die noch im Krankenhaus liegen, sowie Personal des Klinikums.

Weiterhin seien bereits alle planbaren und aufschiebbaren Behandlungen in den beiden Krankenhäusern verlegt worden, berichten die KN weiter. Es sei zudem ein Aufnahmestopp für neue Patienten bis zum 21. Januar verhängt worden. Patienten, die aktuell in den Krankenhäusern sind, werden aber weiterhin behandelt. Und zwar auch von Mitarbeitern, die unter die Erstkontakte fallen und daher in Quarantäne müssen. Für die gebe es eine Sonderregelung: Sie würden, solange sie keine Symptome hätten, weiter arbeiten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

„Greifen sehr massiv in das Leben von mindestens 1500 Menschen ein“

Landrat Florian Lorenzen sagte der Zeitung zu den Maßnahmen: „Damit greifen wir direkt und sehr massiv in das Leben von mindestens 1500 Menschen ein. Wir alle wünschten, es hätte einen anderen Weg gegeben. Deshalb haben Klinik und Gesundheitsamt zunächst mit vereinten Kräften versucht, das Ausbruchsgeschehen einzudämmen“, so der Verwaltungschef. Weil das allerdings erfolglos geblieben sei, hätten sie nun zu diesem Mittel greifen müssen.

Die 1500 Menschen wissen aber noch gar nicht alle davon, dass sie in Quarantäne müssen, wie die KN berichten. Die Personen sollten nun „so schnell wie möglich“ informiert werden, was aufgrund der Masse aber mehrere Tage dauere. In einigen Fällen bestehe außerdem der Verdacht, dass das Virus schon weitergetragen worden sei, unter anderem durch einen entlassenen Patienten in ein Seniorenheim.

RND/hsc