280 Autos und knapp 450 Menschen, die der Raser- und Tuning-Szene zugeordnet werden, hat die Polizei in Dortmund bei einem erneuten Großeinsatz an drei Stellen in Dortmund kontrolliert. Quelle: --/Polizei Dortmund/dpa

„Viele Nadelstiche“: NRW-Polizei geht gegen Tuner-Szene vor

Dortmund. Die Polizei hat in der Dortmunder Innenstadt am Wochenende bei einem erneuten Großeinsatz Autofahrer aus der Tuning-Szene kontrolliert. In den Nächten auf Samstag und Sonntag wurden jeweils Hunderte Autos überprüft. In den vergangenen Wochen hatten sich nach Polizeiangaben vermehrt Anwohner über die lauten Autos beschwert.

218 Autos und 373 Personen wurden in der Nacht von Samstag auf Sonntag kontrolliert, wie die Polizei mitteilte. Sechs Fahrzeuge wurden dabei sichergestellt, 57 Platzverweise wurden ausgesprochen. Bei Geschwindigkeitskontrollen wurden 181 Verstöße festgestellt. Außerdem gab es 28 Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) machte sich laut Polizei-Mitteilung am Samstagabend ein Bild von der Lage. Die Beamten würden mit solchen Aktionen „mit vielen Nadelstichen am Ball bleiben, um denen, die sich hier so daneben benehmen, das Leben schwerzumachen“.

Noch etwas mehr Kontrollen gab es in der Nacht auf Samstag: 280 Autos und knapp 450 Menschen, die der Raser- und Tuning-Szene zugeordnet werden, wurden bei dem Großeinsatz an drei Stellen in Dortmund kontrolliert. Bis zu 350 Fahrer hätten in der Nacht zum Samstag den dreispurigen Wallring in der Innenstadt zu einer Rennstrecke umfunktionieren oder für das Posen ihrer Wagen nutzen wollen, teilte die Polizei mit.

Demnach wurden 51 Platzverweise und 13 Anzeigen nach Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung ausgesprochen. Ein Fahrer kassierte eine Strafanzeige, weil er einen anderen Autofahrer mit einer Taschenlampe geblendet haben soll. Drei Fahrzeuge mit technischen Mängeln wurden sichergestellt.

„Raser stoppen, Unfälle vermeiden, für Ruhe sorgen und Infektionsschutz durchsetzen - mit starker Präsenz auf dem Wall und Kontrollen auf Zufahrtsstraßen haben wir wichtige Ziele erreicht“, sagte die Einsatzleiterin, Stephanie Luzemann, am Samstag. Anders als in den Wochen zuvor habe es am Freitagabend und in der Nacht nur wenige Beschwerden über Lärmbelästigungen gegeben. Außerdem seien weniger Autos unterwegs gewesen.

Immer wieder kommt es in Dortmund zu illegalen Beschleunigungsrennen, erheblicher Verkehrsgefährdung und starker Lärmbelästigung des Nachts durch Hupkonzerte und laute Musik. Besonders im Lockdown gab es auf dem Wallring wiederholt derartige Treffen. Am vergangenen Wochenende hatte die Polizei allein in einer Nacht rund 700 Fahrzeuge gezählt.

dpa