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Ein Obdachloser schläft auf einer Straße in Berlin. Der Außenminister bittet darum, die Menschen draußen in dieser Situation nicht zu vergessen. Quelle: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Wegen Kälteeinbruch: Außenminister Maas appelliert an Mitgefühl für Obdachlose

Außenminister Heiko Maas appelliert bei Twitter dafür, angesichts der Kälte auf wohnungslose Menschen zu achten und ihnen gegebenenfalls zu helfen: „In Deutschland wird es besonders kalt, teils ist mit einem Schneesturm zu rechnen. Das kann tödlich sein für Menschen, die der Kälte schutzlos ausgeliefert sind”, schreibt der SPD-Politiker. Seine Bitte: „Falls Ihr jemanden trefft, sprecht mit den Leuten und ruft bei Bedarf den Kältebus oder Rettungskräfte.” Dazu teilt er Telefonnummern von Kältebussen in Berlin, Hamburg, Köln und Saarbrücken.

Lebensgefahr beim Übernachten im Freien

Berlin hat bereits begonnen, so viele Obdachlose wie möglich von der Straße zu holen. Durch die extreme Wetterlage mit sehr kalten Temperaturen und starkem Schneefall bestehe Lebensgefahr beim Übernachten im Freien, erklärte etwa das Bezirksamt Lichtenberg. Eine sichere Unterbringung sei notwendig. Unterstützt wurde der Umzug der Obdachlosen den Angaben zufolge von Einsatzkräften des Deutschen Roten Kreuzes, der Feuerwehr, der Polizei, des Technischen Hilfswerkes und sozialer Träger vor Ort. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) stellten Busse zum Transport der Menschen in die Unterkünfte bereit.

Erhöhte Aufmerksamkeit gefordert

Auch die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam wies am Samstag auf die bestehenden Angebote für wohnungslose Menschen hin. Erstmals werde dort in diesem Jahr auch eine Notübernachtungsstelle ausschließlich für Frauen angeboten. Die Potsdamer Stadtverwaltung bat Bürgerinnen und Bürger um erhöhte Aufmerksamkeit, wenn Menschen im öffentlichen Raum übernachten.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) hatte bereits am Freitag vor weiteren Kältetoten gewarnt. Kommunen sollten jetzt zusätzliche Kälteschutzangebote rund um die Uhr öffnen, Bürgerinnen und Bürger auf Hilfsbedürftige achten. In diesem Winter seien deutschlandweit schon mindestens 17 Wohnungslose erfroren, davon drei in Berlin.

RND/mh, mit dpa