Der Hamburger Gastronom und Fernsehkoch Tim Mälzer hofft mit Blick auf das nächste Corona-Treffen der Ministerpräsidenten am Mittwoch darauf, dass die Politik die Eckdaten für ein langfristiges Öffnungskonzept für Gastronomen festlegt. Quelle: Christian Charisius/dpa

Tim Mälzer: Brauchen ernst zu nehmendes, berechenbares Öffnungskonzept

Hamburg. Der Hamburger Gastronom und Fernsehkoch Tim Mälzer (50) hofft mit Blick auf das nächste Corona-Treffen der Ministerpräsidenten am Mittwoch darauf, dass die Politik die Eckdaten für ein langfristiges Öffnungskonzept für Gastronomen festlegt. „Wir brauchen ein ernst zu nehmendes, berechenbares, nachhaltiges Konzept, auf das wir uns dauerhaft einstellen können“, sagte Mälzer der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. „Das ist im Moment das Schlimmste. Das fühlt sich an wie eine Freundin, die nicht weiß, ob sie mit einem Schluss machen will oder nicht. Und man weiß nicht, was man tun soll, damit es wieder vorwärts geht.“

„Wir müssen intelligente, komplett das nächste Jahr betreffende Öffnungskonzepte entwickeln“

Es seien nun vonseiten der Politik unbedingt „ein paar Grundlagen dafür, dass wir dauerhafte Konzepte entwickeln können“, gefragt. Teil dessen müsse natürlich der gesteigerte Impfschutz, ein intelligentes Testkonzept sowie ein deutlich besser vorbereitetes Gesundheitsamt sein. „Da habe ich das Gefühl, dass da ein Jahr lang so gar nichts passiert ist.“ Es sei nur ausprobiert worden, man sei häufig gescheitert und habe wenig daraus gelernt.

„Wir müssen intelligente, komplett das nächste Jahr betreffende Öffnungskonzepte entwickeln.“ Es gehe dabei nicht darum, dass man die Verantwortung einfach nur weitergebe und auf Lösungen von der Politik warte. „Das würde ich nicht nur für unfassbar dumm halten, sondern schon fast für vorsätzlich schließungsgefährdend.“

Langsamer Fortschritt bei Impfungen für Mälzer ernüchternd

Sollten die nächsten Monate weitere Schließungen oder Einschränkungen zur Folge haben, „muss ein finanzielles Konzept auch dafür vorhanden sein“. Das könnte über Steuererleichterungen, weitere Fördergelder, erhöhte Arbeitslöhne für Mitarbeiter in Kurzarbeit und höhere Flexibilität gelöst werden.

Der langsame Fortschritt bei den Impfungen gegen das Coronavirus sei für ihn dabei recht ernüchternd. „Das ist nicht sonderlich vielversprechend. Und da geht es nicht nur um die Gastronomie. Sondern auch um die Veranstaltungsbranche, die sich schon darauf eingestellt hat, 2021 auch noch abzuhaken.“

Mälzer betreibt in Hamburg die Restaurants „Bullerei“ und „Die gute Botschaft“, die nun bereits wieder seit mehreren Monaten wegen der Corona-Pandemie geschlossen sind. Im Moment packt er stattdessen mit seinen Mitarbeitern Essensboxen (Bäm-Boxen) für Kochfreudige, die dann verschickt werden.

RND/dpa