Viele gläubige Muslime verzichten für vier Wochen tagsüber auf Genussmittel, Essen und Trinken - in diesem Jahr zum zweiten Mal unter Corona-Bedingungen. Quelle: Fredrik von Erichsen/dpa

Erneut eingeschränkt: Zweiter Ramadan in Zeiten von Corona

Frankfurt/Main. Erneut steht der muslimische Fastenmonat Ramadan im Zeichen der Corona-Krise. „Wir werden zum zweiten Mal einen eingeschränkten und außergewöhnlichen Ramadan haben, so wie es unsere christlichen Freunde bereits zu Ostern hatten“, sagte Ünal Kaymakci von der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH). „Das ist misslich, da zum Ramadan erst die Gemeinschaft die spirituelle Atmosphäre richtig aufkommen lässt.“

Doch wegen der Corona-Pandemie werde das allabendliche Fastenbrechen wohl hauptsächlich im engsten Familienkreis stattfinden. Und bei Gottesdiensten würde beispielsweise auch auf Online-Predigten zurückgegriffen. „Wir müssen auch abwarten, was von der Politik in Sachen Corona-Regeln weiter entschieden wird“, sagte Kaymakci.

Traditioneller Fastenmonat mit Gebeten

Der diesjährige Fastenmonat Ramadan beginnt am Dienstag (13. April) und endet am 12. Mai 2021. In dieser Zeit dürfen gläubige Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang unter anderem keine Nahrung oder Wasser zu sich nehmen. Der Fastenmonat wird traditionell mit gemeinsamen Gebeten in der Moschee und dem abendlichen Fastenbrechen, dem sogenannten Iftar, mit Freunden und Familie begleitet.

„Wir verzichten neben dem gebotenen Fasten während des Tages nicht auf die Verrichtung der zusätzlichen Gebete, denn diese werden wir wie im Vorjahr auch in unseren Häusern und Wohnungen durchführen, im engsten Kreis der Familie“, sagte auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek. „Wir machen neben unseren Moscheen nun unsere Wohnungen zu den Orten der Anbetung Gottes.“

Schon 2020 war der Ramadan coronabedingt eingeschränkt. Zum Abschluss des Fastenmonats hatten sich beispielsweise Hunderte Gläubige zum Beten nicht in der Mosche, sondern auf einem Ikea-Parkplatz in Wetzlar versammelt, um die Abstandsregeln einzuhalten.

RND/dpa