Donnerstag , 1. Dezember 2022
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Die Bundespolizei in Rosenheim ermittelt in einem Lkw-Schleusungsfall. Quelle: Bundespolizei

Migranten tagelang ohne Essen in Lastwagen eingesperrt – Fahrt durch halb Europa

Holzkirchen. Tagelang sollen zwei Migranten auf der Ladefläche eines Lastwagens ohne Essen durch halb Europa gefahren sein – bis der Fahrer sie an der Autobahn 8 in Oberbayern entdeckte. Der 50-jährige Lastwagenfahrer habe während einer Pause an einer Raststätte bei Holzkirchen (Landkreis Miesbach) ein Klopfen auf der Ladefläche gehört, wie die Bundespolizei am Montag mitteilte. Er rief am Samstag die Polizei.

Die Beamten fanden am Samstag im Auflieger des Sattelzugs einen 30-jährigen Pakistaner und einen 16 Jahre alten Afghanen. Beide Männer hatten den Angaben zufolge nur je eine Flasche Wasser dabei.

Schleuser sollen 9000 Euro erhalten haben

Die Migranten gaben an, Schleuser hätten ihnen in Serbien Zugang zu der Ladefläche des Transporters verschafft, und diese anschließend wieder verschlossen. Der jugendliche Afghane habe den Schleusern nach eigenen Angaben 9000 Euro bezahlt. Der Lkw-Fahrer sagte der Polizei, er habe von der Schleuseraktion nichts bemerkt. Wahrscheinlich habe er währenddessen eine Pause eingelegt und geschlafen.

Der Fahrer durfte nach seiner polizeilichen Vernehmung weiterfahren, der 30-Jährige wurde in eine Aufnahmestelle für Flüchtlinge gebracht, der 16-Jährige dem Jugendamt übergeben.

RND/dpa